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Forum: Talk

Wir-haben-es-satt
Paula23.01.12 @ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Hallo Freigeist,

schön, dass Du jetzt über Wissende und Nichtwissende urteilst. Du scheinst allerdings zur zwei-
ten Kategorie zu gehören. Jetzt mal ganz einfach erklärt. Wenn ich ein kg Weizen nehme,
stehen daraus für die menschliche Ernährung 3120 kcal oder 13050 kJ zur Verfügung. Wenn
ich diesen Weizen an Geflügel verfüttere und eine Futterverwertung von 1: 3,5 annehme,
resultieren daraus ca 200 g Geflügelfleisch mit ca. 302 kcal oder 1264 kJ. Ich muss also 10 mal
soviel Getreide für die "Veredlung" aufwenden, um den annähernde gleichen Nährwert zu
erzielen. Natürlich fällt bei dieser "Veredlung" einiges an organischem Dünger an. Jedoch be-
finden sich in diesem Dünger nicht all die Nährstoffe, die nicht mit dem Geflügelfleisch abge-
gangen sind. Bei den N-Verbindungen, kann man von ca. 60% der von dem Geflügel aus-
geschiedenen Stickstoffs ausgehen, der für die Düngung zur Verfügung steht. Der Rest geht
im wahrsten Wortsinn in Luft auf. Veredeln um organischen Dünger zu bekommen, ist unge- fähr so effektiv, wie das Einfangen des Luftstickstoffs mit einem Suppensieb.


DWEWT



Ich meine aber 60 % sind immer noch mehr als 0 % oder bin ich zu blond

Klar ist der Umgang mit LM in D unakzeptabel - nur misst sich der Wert für etwas meist an dem was man dafür bezahlt = niedrige LM Preise - viele LM im Müll.


DWEWT23.01.12 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 23.01.12 um 23:31 Uhr.)
Hallo Paula,

ein Anteil von 60% der für die Düngung zur Verfügung steht, bedeutet nicht, dass auch
60% zur Wirkung kommen. Zu Deinem zweiten Satz möchte ich unseren Ex-Präsi J.Rau
zitieren: Wir kennen von allem den Preis, aber von nichts den Wert.

Gruss, DWEWT
gammi7024.01.12 #
Ich wollte noch in eine andere Richtung.
Also, wenn wir in Deutschland nur noch Bio-Produkte produzieren würden - dann müsste zuerst einmal der Preis für die Lebensmittel steigen.....

...in den Geschäften würde dann aber trotzdem der (billige) Käse aus Frankreich, die Butter aus Irland, das saftige Steak aus Neuseeland liegen........

.....und vom Großteil der Verbraucher gekauft werden.
karlo24.01.12 @ Tonkneter #
Tonkneter schrieb:

Was man von anderen fordert, sollte man selbst zunächst bringen. Wo sind die Quellen für
deine Aussage? Ca. 38% der der mit lebensmittelfähigen Kulturen bestellten Ackerflächen,
werden im Konvi-Anbau für die Gewinnung von Viehfutter verwendet. Im Öko-Anbau sind das
nur 23%. Und dieser immer noch zu hohe Anteil, resultiert u.a. auch aus den "Qualitätsanfor-
derungen" der Verarbeiter (z.B. Backweizen).

senkrecht bleiben!

ohne Quellenangabe steht Aussage gegen Aussage...
hast du dich nicht erst informiert ?

wieviel % der jeweiligen Nutzfläche sind denn "mit lebensmittelfähigen Kulturen" bestellt ? wozu rechnet der angeblich unverzichtbare Kleegrasanteil im Ackerbau des Öko`s ? ist der etwa , da nicht lebensmittelfähige Kultur, vorher herausgerechnet ? ist die Lupine lt. deiner Betrachtung lebensmittelfähige Kultur ?
karlo24.01.12 @ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Hallo Paula,

ein Anteil von 60% der für die Düngung zur Verfügung steht, bedeutet nicht, dass auch
60% zur Wirkung kommen. Zu Deinem zweiten Satz möchte ich unseren Ex-Präsi J.Rau
zitieren: Wir kennen von allem den Preis, aber von nichts den Wert.

Gruss, DWEWT

und wie hoch ist der Preis von X% von 0 (Nährstoffrückfluß aus Marktfrucht) ? (um zurück auf deine Rechnung zu kommen)
karlo24.01.12 @ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Hallo Freigeist,

schön, dass Du jetzt über Wissende und Nichtwissende urteilst. Du scheinst allerdings zur zwei-
ten Kategorie zu gehören. Jetzt mal ganz einfach erklärt. Wenn ich ein kg Weizen nehme,
stehen daraus für die menschliche Ernährung 3120 kcal oder 13050 kJ zur Verfügung. Wenn
ich diesen Weizen an Geflügel verfüttere und eine Futterverwertung von 1: 3,5 annehme,
resultieren daraus ca 200 g Geflügelfleisch mit ca. 302 kcal oder 1264 kJ. Ich muss also 10 mal
soviel Getreide für die "Veredlung" aufwenden, um den annähernde gleichen Nährwert zu
erzielen. Natürlich fällt bei dieser "Veredlung" einiges an organischem Dünger an. Jedoch be-
finden sich in diesem Dünger nicht all die Nährstoffe, die nicht mit dem Geflügelfleisch abge-
gangen sind. Bei den N-Verbindungen, kann man von ca. 60% des von dem Geflügel aus-
geschiedenen Stickstoffs ausgehen, der für die Düngung zur Verfügung steht. Der Rest geht
im wahrsten Wortsinn in Luft auf. Veredeln um organischen Dünger zu bekommen, ist unge- fähr so effektiv, wie das Einfangen des Luftstickstoffs mit einem Suppensieb.


DWEWT

Um, ohne auf die konkrete Plausibilität deiner Rechnung einzugehen, dir zu erklären weshalb die vermeintlich irrsinnige Energieverschwendung der Veredlung Sinn macht möchte ich dich auf die Konzentration von Protein mit dabei idealem Aminosäuremuster im Fleisch hinweisen. Die bloße Darstellung von Energiebilanzen ist völlig unsachlich, selbst bei lebensmitteltauglichem Futter wie Weizen. ... soviel zur Rechnung abseits der Düngung

Mit deiner Aussage zur Düngung stellst du ja die Biofleischbranche bloß...

Die Biobranche brauch die Veredlung, um den Nährstoffverkauf mit dem Nahrungsmittel je ha und Jahr zu verringern (bzw den Bedarf an zugelassenen Mineraldüngern konv. Strohzukäufen, Biogassubstraten etc .)
Mim24.01.12 @ Tonkneter #
Entwicklung Fleischmarkt
Tonkneter schrieb:
Das stimmt nur, wenn sich die Ernährungsgewohnheiten nicht ändern würden. Da aber schon
jetzt, bei nur geringfüfig steigenden Preisen, sich die Einkaufsgewohnheiten zu verändern be-
ginnen, muss angenommen werden, dass bei 100% Bio die Nachfrage nach tierischen Pro-
dukten abnehmen wird. Ernähren könnten wir D zu 100% mit Bio-Produkten. Der vegetarische
Anteil unserer Nahrung würde allerdings stark ansteigen; zugunsten unserer Gesundheit.
senkrecht bleiben!


Warum sollte die Gesundheit ansteigen? Die Einkaufsgewohnheiten ändern sich zunehmend - sie sehen SO! aus: Quelle BMELV, Perspektiven für eine europäisches Tierschutzlabel.

a) nimmt ausgerechnet die Fleischsorte ab, in der Öko stark ist - Rind und

b) diejenige Fleischsorte zu wo Öko unter 1 % "hält" - Geflügel

c) zudem bestehen erhebliche Zweifel ob vs Gesundheit - Ökotiere wirklich "gesünder" sind / und oder so gehalten werden. Aktuelle Untersuchungen hier im Süden stellen da nämlich keinen Unterschied (z.B. Schwein) fest.

Gruß Mim

Mim24.01.12 @ Paula #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 24.01.12 um 08:23 Uhr.)
Paula schrieb: Ich frage mich gerade - sind wir der vor Aussterben stehende Familienbetrieb oder der Subventionen schmarotzende Großargrarier ???????


Hallo Paula,

wie wärs mit - ihr seid ein Familienunternehmen in der Landwirtschaft ?

Auch der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung verwendet heute nicht mehr dern Begriff "Bauer" oder "Bauernhof" - sondern "unternehmerisch getragenen Landwirtschaftsbetrieben, häufig in Generationenfolge"

Quelle: [www.nachhaltigkeitsrat.de]

und rechnet im günstigsten Fall und mit viel politischer Unterstützung von 20 % Anteil Ökolandbau - wenn es diesem gelingt seine Resourceneffizienz auszubauen und seien Leistungsfähigkeit zu steigern (!).

@ Umstieg Ökolandbau, ja wenn wir wieder alle Kartoffeln essen würden, dann ginge die Rechnung auf. Nur - das Problem ist, dass diejenigen die gezielt auf Fleisch verzichten den oberen Einkommenssegmenten angehören und nun schon fast mehr Geld für das "abwechslungsreiche Obst udn Gemüse" ausgeben wie Ingwer für die Asiapfanne, Paprika was ja derzeit sicher keine einheim-regionale Frucht ist oder Öko-Zitronen aus Israel...?

Damit !!! geht die Energierechnung nämlich nicht auf, schon jetzt stammen doch 20 % plus? der Ökoprodukte aus Importen, aber die Diskussion hatten wir schon mal.

Was mich bei der "wir-haben-es-satt-Diskussion" ärgert ist die Tatsache - das manche Tatsachen unter den Tisch fallen. Beispielsweise "gegen Agrarfabriken" oder "Massentierhaltung" oder "Antibiotika" wenn auch z.B. kleine Milchviehbetriebe aus Süddeutschland da mitprotestieren.

Bayern hat Kühe. Viele Kühe - 25 % der GesamtBRD? Und viele Kälber. Und nicht wenige davon fahren abgesetzt dann über die Kälbermärkte gen Norden oder nach Italien um dort in/nach Fresseraufzuchtbetrieben gemästet zu werden. Doch ausgerechnet diese Fresseraufzucht hat den höchsten AB-Einsatz in der Niedersachsenstudie - nämlich 100 %. Heißt - weil eben die Einzeltiere aus den kleinen Bauernhöfen jeder "seinen Gesundheitsstatus" mitbringt - wird über die Phase wo dieser Gesundheitsstatus ausgetauscht wird um vernünftige Mastgruppen zu bilden - mit AB Metaphylaxe.

Auch kleine Betriebe - hängen so am System der großen, auch größere Öko-Mastbetriebe hier im Süden holen sich die Ferkel aus riesigen Öko-Sauenherden aus Schleswig-Holstein (damit sie eben nicht hier im Süden zich kleine Partien sammeln/puffern müssen).

Gruß Mim
Hirschtreiber24.01.12 @ Mim #
Mim schrieb:

Warum sollte die Gesundheit ansteigen?

c) zudem bestehen erhebliche Zweifel ob vs Gesundheit - Ökotiere wirklich "gesünder" sind / und oder so gehalten werden. Aktuelle Untersuchungen hier im Süden stellen da nämlich keinen Unterschied (z.B. Schwein) fest.
Gruß Mim


Ich glaube, es ist so gemeint das wir im Moment sowieso zuviel Fleisch essen, sagen zumindest die Doktoren und Ernährungswissenschaftler, und ein sinkender Fleischkonsum vor allem bei Schweinefleisch unserer Gesundheit zuträglich ist.
Das bzw. ob Bio-Fleisch gesünder ist lässt sich nicht bzw. ließe sich nur an Rückständen von Antibiotika und Pestiziden festmachen. Das kann man aber nur im Einzelfall prüfen und lässt sich nicht verallgemeinern.
hausi24.01.12 @ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Hallo Freigeist,

schön, dass Du jetzt über Wissende und Nichtwissende urteilst. Du scheinst allerdings zur zwei-
ten Kategorie zu gehören. Jetzt mal ganz einfach erklärt. Wenn ich ein kg Weizen nehme,
stehen daraus für die menschliche Ernährung 3120 kcal oder 13050 kJ zur Verfügung. Wenn
ich diesen Weizen an Geflügel verfüttere und eine Futterverwertung von 1: 3,5 annehme,
resultieren daraus ca 200 g Geflügelfleisch mit ca. 302 kcal oder 1264 kJ. Ich muss also 10 mal
soviel Getreide für die "Veredlung" aufwenden, um den annähernde gleichen Nährwert zu
erzielen. Natürlich fällt bei dieser "Veredlung" einiges an organischem Dünger an. Jedoch be-
finden sich in diesem Dünger nicht all die Nährstoffe, die nicht mit dem Geflügelfleisch abge-
gangen sind. Bei den N-Verbindungen, kann man von ca. 60% des von dem Geflügel aus-
geschiedenen Stickstoffs ausgehen, der für die Düngung zur Verfügung steht. Der Rest geht
im wahrsten Wortsinn in Luft auf. Veredeln um organischen Dünger zu bekommen, ist unge- fähr so effektiv, wie das Einfangen des Luftstickstoffs mit einem Suppensieb.


DWEWT

Wie schaut das eigentlich mit Grünland aus? Wenn ein Vegetarier 1 kg Gras frisst, hat er wieviele Kalorien zu sich genommen?