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landlive.de

Forum: Energiepflanzen/Holz

Das Pyrolyse Verfahren und Terra Preta Produktion - Die Ablösung für Biogas
TerraGator13.04.12 #
Schon seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Pyrolyse. Bisher ist es kaum bekannt, deswegen werde ich es einmal versuchen zu erklären. Im Grunde ist es nichts anderes als ein Holzvergaser dessen Gas in einem BHWK verbrannt wird.
Das Problem des Holzvergasers ist, dass nur trockenes Holz vergast werden kann.
Und deswegen wurde das sogenannte Pyrolyse Verfahren entwickelt. Dabei kann jede erdenkliche Form von Organischen Stoffen
vergast werden. Dabei spielt es keine Rolle ob nass, oder trocken, frisch oder alt. Ein Teil des Gases wird zum Erhitzen des Vergasungsprozesses verwendet, und der zweite Teil kann einen Motor antreiben welcher Strom und Wärme erzeugt. Die dabei entstehende Bio Kohle kann anschließend entweder als CO² neutraler Brennstoff verwendet werden, oder in Form von Terra Preta auf die Böden zur Verbesserung dieser ausgebracht werden.

Terra Preta wurde vor ca. 15 Jahren von Wissenschaftlern im Amazonasbecken entdeckt. Anfangs konnte man sich nicht erklären, warum mitten im tropischen Regenwald meterdicke Schwarzerde Böden sind, weil wie wir ja in der Schule gelernt haben alles organische Material das auf den Boden fällt wegen der tropischen Bedingungen soffort umgewandelt wird und somit sich keine Humusschicht aufbauen kann.
Es hat sich also heraus gestellt, dass diese Schwarzerde von den frühen Hochkulturen künstlich erzeugt wurde indem Holzkohle von den Feuerstätten mit Kompost, menschlichen Exkrementen usw. gemischt wurde.
Wenn nun also diese Bio Kohle mit Kompost und Mist gemischt wird und anschließend auf die Felder ausgebracht wird, dann bedeuted das eine enorme verbesserung der Böden. Auf Grund der Struktur der Bio Kohle kann der Boden wesentlich mehr Wasser speichern, die Boden Organissmen haben bessere Bedingungen in den schwammigen Strukturen der Kohle und die Wirkung von Kohlenstoff wurde bisher sowieso völlig unterschätzt. Hinzu kommt, dass das CO² das die Pflanze während ihres Wachstums aufgenommen hat in der Bio Kohle gespeichert ist. Als Landwirte könnten wir also Energie erzeugen, unsere Böden verbessern, die Umwelt schützen und eventuell mit dem Verkauf von Umweltzertifikaten noch zusätzlich Geld verdienen.
Einige Landwirte und Forscher sind gerade dabei das ganze genauer zu erforschen, die ersten Anlagen laufen bereits.
Und bezüglich der verbesserung der Böden sind die Ergebnisse vielversprechen.

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[www.zeit.de]
Darky13.04.12 @ TerraGator #
nach dem was ich so gelesen hab ist die produktion von biokohle noch nicht mit einem energieüberschuss möglich..... und die kohle so teuer das es höchstens im gartenbau ein thema ist....
TerraGator13.04.12 @ Darky #
Darky schrieb:

nach dem was ich so gelesen hab ist die produktion von biokohle noch nicht mit einem energieüberschuss möglich..... und die kohle so teuer das es höchstens im gartenbau ein thema ist....


Dann solltest Du einmal den 3. Link anschauen. Da wird ausdrücklich erwähnt, dass die Analge Bio Kohle UND
Energie erzeugen kann.

woife13.04.12 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 13.04.12 um 10:00 Uhr.)
Also ich hab letztes Jahr mal etwa zwei kubikmeter terra preta hergestellt nachdem ich auf so einer infoveranstalltung war. Das Zeug ist wirklich gut aber für meinen großen Ackerbaubetrieb ist es derzeit einfach nicht realisierbar so große Mengen herzustellen. Wenn die produktion mal in großerem Stil zu machen ist und die kosten überschaubar bleiben werde ich nochmal darauf zurückkommen.
rocknrolldirk13.04.12 @ Darky #
Darky schrieb:

nach dem was ich so gelesen hab ist die produktion von biokohle noch nicht mit einem energieüberschuss möglich..... und die kohle so teuer das es höchstens im gartenbau ein thema ist....


Die Biokohle wird aufgrund ihres Energiegehaltes so teuer sein, dass niemand sie auf den Acker ausbringt. 150 Dollar pro Tonne Kraftwerkskohle sind aktuell zu zahlen, das in etwa könnte man auch für Biokohle ansetzen. Wetten dass sie verbrannt wird?
rocknrolldirk schrieb:

Die Biokohle wird aufgrund ihres Energiegehaltes so teuer sein, dass niemand sie auf den Acker ausbringt. 150 Dollar pro Tonne Kraftwerkskohle sind aktuell zu zahlen, das in etwa könnte man auch für Biokohle ansetzen. Wetten dass sie verbrannt wird?


Dadurch dass wir bei der Ausbringung auf die Felder CO² speichern könnten müsste es doch auch möglich sein diese neuen Umweltzertifikate zu verkaufen. Dann könnte es eventuell auch ökonomisch Sinn machen.

Ziegentom13.04.12 #
Prima Sache, derzeit vielleicht finanziell noch nicht ausreichend realisierbar.
Werde dieses Jahr mal nen kleinenVersuch machen, und die anfallende Kohle von meinem Holzvergaser wird dann eingesetzt.
Rohstoffe werden nicht mehr, irgendwann ist es wie mit dem Abbau des Ölschiefers, der momentan auch wieder lohnt.
Zehner13.04.12 @ TerraGator #
Das mit der Terra Preta mag zwar für Landwirte im großen Maßstab klappen mit dem Selber herstellen. Für den Hobbygärtner bleibt da eigentlich nur übrig entweder bei [www.triaterra.de] ein Substrat zur Selbstherstellung zu bestellen, z.B. zum Mischen mit Mutterboden oder bei [www.terrapreta.de] fertige Erde (aber teuer) zu bestellen.
spacefarmer13.04.12 #
Wenn man für die Verkohlung wirklich jede Art von Biomasse nehmen kann, und daraus transportable Briketts mit einem hohen Energiegehalt macht, kann das wohl eine Marktlücke sein. Diese Toleranz beim Rohstoff sehe ich als Stärke des Konzepts. Nur welche Biomasse gibt es denn heute noch "für lau", bzw. muss entsorgt werden? Wäre es denkbar, den Inhalt der Biotonnen der Haushalte zu verarbeiten?
Fendt312V13.04.12 @ woife #
woife schrieb:

Also ich hab letztes Jahr mal etwa zwei kubikmeter terra preta hergestellt nachdem ich auf so einer infoveranstalltung war. Das Zeug ist wirklich gut aber für meinen großen Ackerbaubetrieb ist es derzeit einfach nicht realisierbar so große Mengen herzustellen. Wenn die produktion mal in großerem Stil zu machen ist und die kosten überschaubar bleiben werde ich nochmal darauf zurückkommen.

Ich war letzten Herbst auch auf einer solchen Veranstaltung. Bisher habe ich mich noch nicht dazu bringen können das zu testen oder realisieren. So ich damals gehört habe braucht es sehr geringe Mengen zum ausbringen. Mal schauen wie es sich in der Sache weiter entwickelt.