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Forum: Themen auf agrarheute.com

'Bio-Illusion': Doku auf Arte erntet Kritik
AbuSharif08.06.14 #
Der übliche Hass-Mist! Irgendwie haben viele Journalisten das drauf, daß sie alles versuchen, auch vor jeder Manipulation nicht zurückschrecken, um gute, nachhaltige, zukunftsträchtige und menschlich wunderbare Aktivitäten kaputt machen zu wollen. Statt zu kapieren, daß der Biolandbau als Ernährungsalternative der Welt das einzig Sinnvolle ist, greifen sie alle auftreibbaren schwarzen Schafe und Betrüger auf (500 unter 10.000.000?), walzen das publikumswirksam aus und freuen sich diebisch, daß sie "dem Biolandbau" (ihrer und der Menschheit einzige Zukunftsperspektive auf dem Sektor Ernährung und Landwirtschaft auf längere Sicht, so 500-1000 Jahre erstmal) !) es aber so richtig gegeben haben. Richtiger, ernsthafter, nicht sensationsgeil wäre gewesen, Missstände zu benennen, mit Namen und Ort, Fachleute zu fragen, ob das überhaupt stimmt, was behauptet wird und Strategien zu fordern, vorzuschlagen, wie man aus diesem Schlamassel, den die gierige Betrüger- und Abstauberszene verursacht, herauskommt. Im eigenen Interesse, im Interesse der Konsumentengesundheit und vor allem der Produzierenden, ihrer Gesundheit und ihrer Nachhaltigkeitsgrundlage, ohne die sie keine Zukunft haben, und die entsprechenden gesunden Nahrungsmittel auch nicht.

Ich könnte fast wetten, daß viele Sachen durch Kriminelle wie Monsanto extra angeschoben werden, "geholfen" wird bei der Aufdeckung und embedded journalists bezahlt. Aber auch ohne das ist die Lage natürlich nicht so, wie diese offenbare Scheißsendung behauptet. Der Kapitalismus treibt überall seine auf menschlicher Gier und wirtschaftswissenschaftlich von Kalle Marx erstmals aufgezeigter, unumgänglicher Notwendigkeit der Steigerung der Profitrate beruhenden Blüten. Dagegen kämpfen wir permanentemente; und damit wir einen Planeten unterm Arsch haben, der überhaupt noch zum drauf Herumkämpfen vorhanden ist, braucht es unter anderem Biolandbau.

Diese sogenannten Investigativjournalisten sind natürlich in Wahrheit Sensationsschreiber; Betrügereien oder landgrabbing im Biolandbau suchen und finden ist natürlich nicht unmöglich, und dann die Millionen hart und ehrlich Arbeitenden anzugreifen und vor allem a todo costo zu schädigen, das ist unfair, gemein und vor allem dumm. Wir hier z.B. sind nicht in erster Linie berogt, daß REWE ein gutes Bioangebot hat, sondern unsere "biosphere of humankind" ist in großer Gefahr zerstört zu werden, daher machen wir Biolandbau in den feuchten Tropen, um Umwelt, Biodiversität und Landbevölkerung zu "retten", Gesundheit zu produzieren, wo Tausende jedes Jahr an Agrargiften sterben oder krank werden etc. etc. Da kommen diese Idioten und sagen "Alles Betrug", alles normale mainstream-Scheiße etc. "Der" Biolandbau betreibt Landraub usw. usw.

hab in den film bisher nur kurz reingeschaut. da ging es
drum, dass investoren in rumänien den einheimischen
produktionsfläche wegkaufen und in ziemlich ausgeräumter
landschaft 'bio' produzieren.

Landgrabbing heißt das in Afrika, Lateinamerika und eben jetzt auch Rumänien. Wenn dann der grabber nach den EU-Richtlinien Bio produziert, dann ist an der Bekämpfung des landgrabbings vieles im Argen, also ein Problem der EU, und wir wiederum vom Biolandbau nehmen uns sicher dieses Problems an, was aber ein langer Prozess ist, vor allem gegen diese EUROPA-Bürokratie und Gesetzesmacher, die USA und den TTIP. "Der Biolandbau" in Nicaragua und Hessen hat keinerlei SCHULD an diesem zerstörerischen Treiben in Rumänien.

Aus den einstigen
Bio-Idealen einer regionalen ressourcenschonenden Landwirtschaft ist längst
eine globale Massenproduktion geworden.

Nach wie vor sind wir prozentmäßig ein sehr kleiner Sektor der Weltlandwirtschaft. Aber: was wäre denn, wenn aus resourcenschonender regionaler Landwirtschaft eine globale resourcenschonende wird? Warum will uns der Herr Journalist in der Nische belassen und hat Angst davor, daß das passiert, was wir wollen, nämlich daß aller Landbau auf der Welt "bio" wird.

Mitte der 80er Jahre waren Bio-Pioniere angetreten, um mit ihren Ideen der
ökologischen Landwirtschaft einen Gegenentwurf zur konventionellen
Agrarindustrie zu entwickeln und zum Durchbruch zu verhelfen. Inzwischen
wollen immer mehr Menschen in Europa Bioprodukte und vertrauen auf die
Versprechen von Erzeugern und entsprechenden Zertifikaten und Siegeln.

Man gönnt uns aber nicht die Wachstumsraten, den "Durchbruch", scheint es. Außerdem ist "Mitte der 80er Jahre" falsch; es war Anfang der 70er.

"Bio" verspricht viel: Mehr Gesundheit durch Gemüse, Fleisch und Fisch ohne
schädliche Rückstände.

By the way: Biolandbau versprach noch nie "ohne schädliche Rückstände", aus dem einfachen Grund, daß wir auf Luft und Regen z.B. keinen Einfluss haben.

Wir Käufer erhoffen uns gleichzeitig ein gutes
Gewissen, vertrauen auf nachhaltige Wirtschaftskreisläufe und glauben den
Versprechen von fairen Arbeitsbedingungen und Löhnen für Kleinbauern,
Landarbeiter und Händler in fernen Regionen.

Hier geht es zum einen erstmal um den fair trade (der nicht automatisch "bio" war oder ist), wo bekannt ist, daß vieles im Argen liegt. Wir arbeiten seit Jahren an dieser Front und mit gutem Erfolg. Moreover: "faire Arbeitsbedingungen und vor allem "Löhne" für Kleinbauern", was ist das denn? Ein Bauer bekommt keinen Lohn, sondern verkauft seine Produkte. Dank IFOAM und INOFO wird die Position der Kleinbauern auch immer stärker, auch dafür musste und muss man kämpfen, nichts kommt von selbst. Wir tun dies national und international, in der UNO, der FAO, der UNCTAD, der WTO etc. etc. Durch solche TV-Sendungen und die entsprechend fiese Einkaufsempfehlung (Lieber chemisch produziertes und genmanipuliert kaufen, ja?) wird dieser Kampf und der "faire Preis" erschwert, denn man will diesen geliebten Kleinbauern ihre besseren Märkte und Absatzchancen nehmen. Vielen Dank, Herr Jentzsch! Man merkt, auf welcher Seite Sie stehen.

Doch ist das wirklich so? Was ist der Preis des Bio-Booms? Ist Bio wirklich
immer Bio? Woher stammen die vielen Waren in französischen und deutschen
Supermärkten wirklich? Wie werden sie erzeugt, gehandelt? Wer kontrolliert
die vielen Produkte? Wohin fließen die vielen Milliarden Euro Subventionen
der Europäischen Union, mit denen die Umstellung auf Bio gefördert wird?

Viele Fragen, zum Teil scheinheilig bis zum Anschlag. Bei REWE kann man immer wieder lesen "Zur Zeit nicht erhältlich", weil nämlich die Produktion nicht der Nachfrage nachkommt. Also sind es nicht soooo viele; außerdem: wir wollen 100% im Supermarkt erreichen. Was haben die Schreiberlinge dagegen? Wer das alles kontrolliert, ist ganz einfach: die EU, die USA und zig andere Länder haben Regeln, Gesetze und Kontrollmechanismen, vor allem aber haben wir selber, die Bewegung des Biolandbaus, die Normen und Kontrollen entwickelt, die nun einmal angesichts des menschlichen defizitären Charakters notwendig sind. Sie werden ständig verbessert, und immer wieder den Regierungsbürokratien abgerungen, die unter dem massiven Einfluss der Agrarchemiekonzerne etc. stehen und ständig geneigt sind bis bestochen werden, um dies aufzuweichen. In Nicaragua haben wir extrem wenig gesehen von den Milliarden EURO für den Biolandbau, und es ist auch in der Regel keine Subvention, sondern eher ein Ausgleich / incentive für all die Wohltaten, die der arme Bio-Kleinbauer der Gesellschaft, dem Lande, dem Klima, der Volksgesundheit liefert, ohne dafür bezahlt zu werden, während der Chemiebauer und seine Konzerne von Bayer bis Syngenta ungeheure Folgeschäden produzieren, OHNE dafür haftbar zu sein, ohne daß es in ihre ach so rentable Gewinn- und Kostenbilanz einginge.
Und in der FR habe ich das gefunden:

„Die Bio-Illusion: Massenware mit Öko-Siegel“ Landbau oder Raubbau?
Von Harald Keller

Ich habe keine Zeit, Muße noch Lust, jeden Mist hier zu kommentieren, aber ein paar Beispiele:

Kartoffeln: Oval geformt und gleichmäßig gerundet
sollen sie sein, sonst mag sie der Verbraucher nicht. Völlig unsinnig. Aber
es geht noch absurder im Reich der Bio-Landwirtschaft.

Ach Du liebe Güte: der Verbraucher kauft sie sonst nicht! Soll der Biobauer den Konsumenten per Gesetz zwingen lassen, sie doch zu kaufen? Außerdem stimmt es gar nicht.

Bio-Lebensmittel haben weiterhin Konjunktur. Die Nachfrage ist größer als
das Angebot, vor allem wenn man Großversorger wie Mensen und Kantinen in
die Rechnung einbezieht. Längst haben Investmentfirmen den Geschäftsbereich
entdeckt. Der Dokumentarfilmer Christian Jentzsch ist zum Beispiel dem
Schweizer Ex-Bankier Theo Häni begegnet, der mit dem Geld seiner Investoren
in aller Welt Bio-Landwirtschaft betreibt. Ganz groß eingekauft hat sich
Häni in Rumänien. Ackerland ist im Ankauf oder in der Pacht deutlich
billiger zu haben als in den deutschsprachigen Ländern, obendrein gibt es
üppige Subventionen der EU für die Umstellung auf biologischen Landbau.

Dieser ganze Absatz betrifft den guten alten Kapitalismus, aber nicht uns, den Biolandbau. Wir wehren uns nach Kräften, von solchen Leuten eingekauft, aufgekauft etc. zu werden, aber noch sind wir in der neoliberalen Marktwirtschaft, wo auch Bioleute zum Opfer werden. Und statt daß uns verantwortliche Journalisten zu Hilfe eilen, hauen sie nochmal drauf und sagen, der Biolandbau ist Scheiße, weil Exbankier Häni in Rumänien landgrabbing betreibt. Wie zum Teufel sollen WIR das verhindern? Wir machen Lobbyarbeit wie blöd, aber so etwas alleine zu schaffen, dazu sind wir viel zu schwach!!

In Wahrheit
sind es nur die Zuchttiere. Das Schlachtvieh steht im Stall. Auch eine
Käserei haben die Westler errichtet und produzieren Feta aus der Milch der
örtlichen Schafbauern. Natürlich in Bio-Qualität. Niemand fragt danach,
dass die Schäfer Futtermittel dazukaufen. Mais zum Beispiel. Natürlich
möglichst billig. Also nicht gerade aus organischer Aufzucht.

Das ist natürlich gelogen. "Niemand fragt danach" ist Schwachsinn; es ist schlicht nicht erlaubt, es wird kontrolliert, und nur temporär könnte es jemand gelingen, dank seiner kriminellen Energie das 'ne Zeitlang zu unterlaufen. Und auch da ist es wieder nicht "der Biolandbau", der Herrn Häni zu verantworten hat, noch ihn alleine stoppen kann.

Auch hier sind für die Umstellung auf Bio-Kulturen erhebliche Mittel
geflossen, in diesem Fall von der Deutschen Gesellschaft für technische
Zusammenarbeit (GTZ), die inzwischen Deutsche Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit heißt (GIZ). In Bangkok unterhält das
Bundesunternehmen feudale Büros.

Feudale GIZ-Büros, eine Sünde des Biolandbaus?? Und Sie können sicher sein, Herr Jentzsch und Co., daß Biolandbauförderung das Geringere ist, was in GIZ-Büros ausgeheckt wird.

Zu dem Umstand, dass die Garnelenfarm
Gelder für die Umstellung auf biologische Aufzucht erhielt, das
entsprechende Bio-Siegel aber mangels entsprechender Qualität aberkannt
bekam und die Zuschüsse offenbar anderweitig angelegt hat, mag sich hier
scheint‘s niemand äußern.

Na bitte, aberkannt, kein Siegel; was wollen Sie dem Biolandbau also hier vorwerfen? Wenn GIZler dann nicht über ihren Fehler und dessen Behebung reden wollen, wäre Herr Niebel zuständig gewesen, aber NICHT DER WELTWEITE BIOLANDBAU!!!

Die Liste der Widersprüche, Unregelmäßigkeiten, kleinen Skandale ist lang.
Im spanischen Almeria werden ausgerechnet in einer ausgesprochen trockenen
Region Obst und Gemüse angebaut. Die Landarbeiter, meist Zuwanderer aus
Afrika, leben unter erbärmlichen Bedingungen. Wer eine
Aufenthaltsgenehmigung besitzt, hat kaum eine Chance auf Beschäftigung –
die illegalen Migranten sind billiger. Wer sich mit der Gewerkschaft
einlässt, muss Schikanen fürchten. Kuriose Volte der Geschichte: Einst
wurden hier sozialkritische Italowestern gedreht, die genau solche
Verhältnisse anprangerten. Heutzutage ließe sich das Geschehen wohl eher
als Krimi erzählen …

In diesem vorhergehenden Absatz fehlt das Wort Bio. Was will uns der Autor also sagen? Daß die Wirtschaft im Kapitalismus ungerecht ist? Genau so ist es. In unseren Richtlinien, denen des weltweiten Biolandbaus, ist das Thema der Rechte der Arbeiter, gesetzlichen Löhne etc. etc. durchaus enthalten und geniesst Priorität.

Tatsächlich nähert sich Christian Jentzsch dem Thrillergenre an, wenn
Mitglieder des Tierschutzverbandes Animal Rights nächtens in eine deutsche
Putenfarm eindringen, die ihre Produkte – natürlich – mit einem Bio-Siegel
vermarktet. Das immerhin ändert sich, nachdem das zuständige
Prüfunternehmen das heimlich aufgenommene Filmmaterial gesehen hat. Nur:
Warum sind die erschreckenden Zustände vorher niemandem aufgefallen?

Wahrscheinlich, weil die kriminelle Energie der Firma so groß war, daß es einem normalen Zertifizierer noch nicht gelungen war, nachts in das Gelände mit der Kamera einzudringen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Also, was haben wir nun falsch gemacht?

Einen interessanten Kontrast liefern die Bemühungen einer deutschen
Kleinunternehmerin, für ein Hagebuttenprodukt aus Norwegen eine
Bio-Zertifizierung eines anerkannten Instituts zu bekommen. Ein langer und
kostspieliger Weg, und doch am Ende ergebnislos. Als die Dame ihren
Ansprechpartner spontan fragt, wie es denn kommen kann, dass sie bei Ernte
und Produktion jeweils strikte Auflagen erfüllen muss, andererseits aber in
der Agrarwirtschaft in großem Stil Betrug mit dem Bio-Etikett betrieben
werden kann, schreitet der Pressesprecher ein.

Das ist Blödsinn. Garantiert falsch dargestellt, Effekthascherei.

In diesem Einzelfall bleibt die Frage unbeantwortet. Betrachtet man aber
das gesamte Bild, das sich aus den umfassenden Recherchen des von MDR, WDR,
NDR und Arte gemeinsam beauftragten Filmteams ergibt, lassen sich die
nötigen Schlussfolgerungen ziehen.

Und damit auch Konsequenzen für den nächsten Einkauf.

Bösartige Dummköpfe von MDR, WDR, NDR und ARTE, so würde ich diese Damen und Herren klassifizieren. Wenn sie anständig und ehrich arbeiten würden, hätten sie ausführlich sich informiert und diskutiert mit unserem demokratischen weltweiten Verband International Federation of Organic Agriculture Movements, Sitz in Bonn, und natürlich dem FIBL in der Schweiz.

Traurig, traurig.

Gerd Schnepel
Sano y Salvo - Safe and Sound, Primera Asociación Campesina e Indígena de Cultura y Producción Ecológicas en la Región Autónoma del Atlántico Sur, Nicaragua





Gerd Schnepel • La Montañita • Nueva Guinea • Región Autónoma Atlántico Sur • Nicaragua
rocknrolldirk10.06.14 #
Nun, wenn der Beitrag auch schlecht recherchiert sein mag-es gibt zwei Fakten, die sehr stark gegen Bio sprechen. Erstens braucht Bioanbau doppelt so viel Fläche wie konventioneller Anbau, hat also niemals die Chance die Weltbevölkerung zu ernähren. Zweitens gibt es nach wie vor keine Bereitschaft seitens der Verbraucher, wirklich deutlich mehr (das heißt auch langfristig für mehr Produkte) für veränderte Produktionsweisen zu bezahlen-schön abzulesen an der Tatsache dass immer noch Biosubventionen von allen Steuerzahlern finanziert werden müssen, damit sich die schmale Käuferschicht von Bioprodukten billig eindecken kann. Trotz dieser Zuschüsse ist das "Wachstum" des Biomarktes an seine Grenzen gekommen. Ohne diese Zuschüsse würde sich die preissensibelste Fraktion der meist gutsituierten Biokunden auch noch von Bio verabschieden.
karlo10.06.14 @ rocknrolldirk #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 10.06.14 um 13:43 Uhr.)
rocknrolldirk schrieb:

Nun, wenn der Beitrag auch schlecht recherchiert sein mag-es gibt zwei Fakten, die sehr stark gegen Bio sprechen. Erstens braucht Bioanbau doppelt so viel Fläche wie konventioneller Anbau, hat also niemals die Chance die Weltbevölkerung zu ernähren. Zweitens gibt es nach wie vor keine Bereitschaft seitens der Verbraucher, wirklich deutlich mehr (das heißt auch langfristig für mehr Produkte) für veränderte Produktionsweisen zu bezahlen-schön abzulesen an der Tatsache dass immer noch Biosubventionen von allen Steuerzahlern finanziert werden müssen, damit sich die schmale Käuferschicht von Bioprodukten billig eindecken kann. Trotz dieser Zuschüsse ist das "Wachstum" des Biomarktes an seine Grenzen gekommen. Ohne diese Zuschüsse würde sich die preissensibelste Fraktion der meist gutsituierten Biokunden auch noch von Bio verabschieden.

Ich nehme auch an, dass der Beitrag schlecht recheriert war,Arte und andere öffentlich Rechtliche haben da bisher fast immer versagt. Und daher nicht die grundsätzlichen Probleme des Biolandbau`s aufzeigt. An erster Stelle steht da das ungeschlossene Nährstoffkonzept, welchem durch "Kleingedrucktes " Abhilfe verschaffen wird. Dirks Einwand des Ertages trägt wohl um so mehr, wenn Bio die Nische verlassen würde, da Bio dann dem Konvi-Bereich nicht mehr so einfach Nährstoffe abzweigen könnte.

"ressourcenschonenden Landwirtschaft"- ein Anspruch der lt dem Text bei agrarheute nicht hinreichend berücksichtigt wurde...
genau da setzt meine Ablehnung der heute definierten Biobranche an : Eine Nachhaltigkeitsbetrachtung ohne Berücksichtigung der Anzahl der heute lebenden Menschen und dem daraus resultierenden Nahrungsmittelbedarfs. Ich weiss, andere legen die Prioitäten anders...("wir sind bereit ,für Bioprodukte deutlich mehr zu bezahlen. Haben daher ein Recht auf den höheren Flächenbedarf !")
Kette10.06.14 @ AbuSharif #
AbuSharif schrieb:
hab in den film bisher nur kurz reingeschaut.

Moin moin nach Nicaragua,

ich hab gar nix vom Film gesehen. Sie ja zumindest scheinbar einen Teil.

Es ist schon ein Kreuz mit unseren Medien. Wann sehen wir endlich ein das es keine freie Presse geben kann/darf? Wir brauchen Leute wie Sie, die hier steuernd eingreifen. Und uns zu unserem Glück zwingen.

Befreien Sie uns endlich aus unserer selbstverschuldeten Unmündigkeit!
Mett10.06.14 @ rocknrolldirk #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 10.06.14 um 14:22 Uhr.)
rocknrolldirk schrieb:
Erstens braucht Bioanbau doppelt so viel Fläche wie konventioneller Anbau, hat also niemals die Chance die Weltbevölkerung zu ernähren. .



Wird euch das nicht langsam selber zu blöd, immer wieder den selben Unfug zu schreiben?
Auch in Zeiten massiver Überproduktion haben Milliarden Menschen hungern müssen!

Genau so könnte man sagen das viele Leute nicht hungern müßten, wenn ihr Land nicht zerstört würde um dort für deutsche Schweinemäster Soja anzubauen.

Ist schon bekloppt das wertvolle Futterpflanzen wie Klee und Brennesseln in Europa chemisch bekämpft werden, und gleichzeitig in Südamerika die Natur zerstört wird um dort Soja anzubauen.
Notill10.06.14 @ Mett #
Mett schrieb:

Wird euch das nicht langsam selber zu blöd, immer wieder den selben Unfug zu schreiben?
Auch in Zeiten massiver Überproduktion haben Milliarden Menschen hungern müssen!

Genau so könnte man sagen das viele Leute nicht hungern müßten, wenn ihr Land nicht zerstört würde um dort für deutsche Schweinemäster Soja anzubauen.

Ist schon bekloppt das wertvolle Futterpflanzen wie Klee und Brennesseln in Europa chemisch bekämpft werden, und gleichzeitig in Südamerika die Natur zerstört wird um dort Soja anzubauen.


Das lag am Preisverfall durch die Übreproduktion, dadurch konnten die Kleinbauern in den Armen Ländern ihre Familien nicht mehr ernähren und zogen in die Slums...
Die Überproduktion (die es faktisch nicht mher gibt, da zu viele Menschen und zu wenig Fläche) ist eine Absicherung, hat aber auch fatale Folgen, Bio für alle würde allerdings auf lange Sicht wohl zwei drittel der Weltbevölkerung ausrotten.
Kette10.06.14 @ Mett #
Mett schrieb:
Auch in Zeiten massiver Überproduktion haben Milliarden Menschen hungern müssen!

Warum hungern heute weniger Menschen, trotz gestiegener Weltbevölkerung?
Pflanzenbauer10.06.14 @ Mett #
Mett schrieb:

....wertvolle Futterpflanzen wie Klee und Brennesseln in Europa chemisch bekämpft werden, und gleichzeitig in Südamerika die Natur zerstört wird um dort Soja anzubauen.


OK, ich als konvi. sähe Klee extra in meine Futterflächen ein um ein besseres Futter zu erhalten. Warum sollte ich den chemisch bekämpfen? Und Brennesseln als "wertvolle" Futterpflanze zu deklarieren ist ja wohl ein Witz. Sie wird als Futterpflanze für Raupen (Schmetterlinge) genannt, nur leider will niemand wirklich Raupen essen.
Brennessel an sich ist eine Stickstoffzeiger-Pflanze, d.h. wo sie in größenordnungen auftritt stimmt irgendetwas im Nährstoffhaushalt des Bodens nicht...
Mett10.06.14 @ Notill #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 10.06.14 um 14:42 Uhr.)
Notill schrieb:

...Bio für alle würde allerdings auf lange Sicht wohl zwei drittel der Weltbevölkerung ausrotten.



Kannst du das auch mit Fakten belegen, oder ist das nur ein hirngespinnst deines PSM-Beraters?

Bevor den Leuten dass Essen ausgeht, wird ihnen das Trinkwasser ausgehen!
Und das wird von der koventionellen Landwirtschaft weit stärker belastet als von den Biobauern.

Und Brennesseln als "wertvolle" Futterpflanze zu deklarieren ist ja wohl ein Witz.


Der Eiweißgehalt (in der Trockenmasse) ist nahezu genau so hoch wie der von Soja.
Gleichzeitig ist der Vitamingehalt aber deutlich höher als z.B. bei Soja.


...d.h. wo sie in größenordnungen auftritt stimmt irgendetwas im Nährstoffhaushalt des Bodens nicht...


So so, dann sind unsere Natur- & Wasserschutzgebiete hier wohl alle hochgradig verseucht.
Freisinger10.06.14 @ Mett #
Mei,das ist eine seiner vielen polemischen Aussagen.....