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Ceres-Award: nur Schau oder Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft?
altilla19.10.16 #
Der Ceres-Award wurde wieder verliehen:
[www.agrarheute.com]

Abgesehen davon, dass mich dieser komisch lateinisch-englische Name irgendwie irritiert, bin ich mir nicht sicher, ob das eher ein Landwirtschafts-Theater oder echte Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft ist?
Die Namensgebung spricht eher für eine Show (nennt sich auch so, passend englisch zum Award ), denn für echte positive Öffentlichkeitswirksamkeit.
Bereits bei der ersten Verleihung hatte ich Bauchschmerzen, ob man hier nicht einfach eine Werbeplattform für Unternehmen geschaffen hat, die Produkte an Landwirte verkaufen wollen. Weil meiner Meinung bietet der Preis bzw. die Preisträger und deren Betriebe keinen besonderen Einblick in die Landwirtschaft oder Aufklärung über die Landwirtschaft.
Was ist eure Meinung: weitgehend wertlose Show oder gute Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft?
Allgaubar19.10.16 #
Da feiern sich die obern Zehntausend, mit Linientreuer Gewinnern
altilla19.10.16 @ Allgaubar #
Da feiern sich die obern Zehntausend

Politiker und Funktionäre findest du stets da, wo es Pressefotos und kostenlose Schnittchen gibt.
Habe auch die Einladungen zur Feier gesehen, mir war der Preis hierfür schon immer viel zu hoch, um dort hinzugehen.
Ru20.10.16 @ Allgaubar #
Allgaubar schrieb:

Da feiern sich die obern Zehntausend, mit Linientreuer Gewinnern




Man solde das nicht so negativ sehen, sondern als ansporn und von den Siegern lernen

Die Sieger übrings :

Kategorie 'Bester Junglandwirt 2016' erhielt Christian Bug aus Hesse

Michael Dörr ist nicht nur der beste Milchviehhalter 2016, sondern erhielt auch die höchste Auszeichnung zum "Besten Landwirt des Jahres". © Brauer

Christian Bug (29), Landwirt aus Petersberg, ist Sieger in der Kategorie Junglandwirt des CeresAward 2016, des nach Veranstalterangaben bedeutendsten Preises für Landwirte im deutschen Sprachraum. Der Award wurde am Dienstagabend im Rahmen der Galaveranstaltung „Nacht der Landwirtschaft“ in Berlin übergeben.

„Die Juroren überzeugten vor allem die Zielstrebigkeit und das Durchhaltevermögen, mit der sich der Gewinner trotz enormer Widerstände von außen für seine und die Zukunft des Betriebes ins Zeug gelegt hat“, erklärte die Fachjury über Christian Bug aus Petersberg-Böckels.

„Daneben beeindruckte außerdem der große Einsatz für die Interessen der Junglandwirte.“ Die Juroren in der Kategorie Junglandwirt waren Katrin Fischer, Bund der Deutschen Landjugend (BDL), Jens Steinhardt, Mitas sowie Andreas Holzhammer ( alle dlz agrarmagazin).

Als Kategoriesieger erhält Bug 1000 Euro. Christian Hartmann aus Hofbieber-Wiesen (Kategorie Milchviehhalter) und Andreas Kornmann aus Romrod-Zell (Schweinehalter) gingen leer aus. Gesamtsieger und damit „Landwirt des Jahres“ wurde Michael Dörr aus Roßdorf bei Darmstadt. / FZ, sar, kir
Rohana20.10.16 #
Leute sprechen in einem positiven Kontext über die Landwirtschaft. Ist es nicht (unter anderem) das, was man gerne als Effekt von Öffentlichkeitsarbeit sieht? Oder möchtest du lieber NUR negative Schlagzeilen?
Man mag den Preis selber für sinnvoll halten oder nicht, auf jeden Fall gibt er Lese/Schreibstoff der mal nicht von Skandalen handelt...
Mim20.10.16 #
Guten Morgen,

wir haben uns zum erste Mal den Ceres Award gegönnt, da kann sich übrigens jeder Karten kaufen.

Es war ein wunderbares Erlebnis, nicht nur das Ambiente - warum soll denn die Landwirtschaft nicht auch mal groß feiern? - sondern auch die Organisation die sich um jeden Gast bemühte und natürlich der Abend.

Die Preisträger kommen aus allen Regionen und die Auswahlkriterien waren nicht Betriebsgröße oder dt/ha-Leistung sondern das Engagment und die Betriebsphilosophie mit der sich der/die Preisträgerin ihr Einkommen sichert.

Deswegen finde ich es ganz wunderbar, das ein Öko-Landwirt mit 150 genauso zu den Preisträgern gehört wie dieser Österreicher hier als Quereinsteiger mit Ziegen - [www.ceresaward.de]

Und ich freu mich ein Loch in den Bauch, wenn ich quer durch Facebook lese, wie jetzt auch die öffentlichen Medien von SWR bis MDR und NDR etc. über "ihre" Preisträger berichten.

Und wenn jemand wie der "Landwirt des Jahres" in Hessen 10.000 Leute PRO JAHR durch seinen Hof lässt und Landwirtschaft und Milchviehhaltung erklärt neben seinen "paar Kühen" so finde ich das genau so einen Grund zum Feiern wie zum Auszeichnen.

Das ist nähmlich nicht abgehoben - sondern im täglichen Alltag erstmal zu schaffende Basisarbeit.

Ich kann nur jedem Raten sich mal zu bewerben - leider gabs für die Kategorie Fleischrinder keine Bewerbungen und damit keine Auszeichnungen, vielleicht nächstes Jahr?

Gruß Mim
Mim20.10.16 @ Allgaubar #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 20.10.16 um 08:55 Uhr.)
Allgaubar schrieb: Da feiern sich die obern Zehntausend, mit Linientreuer Gewinnern


Ja so etwa wie die Gewinnerin der Kategorie Unternehmerin: [www.ceresaward.de]

Tierarztstudium, Hauswirtschaftsausbildung, Erlebnisbäuerin. Total abgehoben...

Der Ceres-Award ist das potenteste Gegenmittel zum Bauer-sucht-Frau-Syndrom.


nurich20.10.16 @ Allgaubar #
Kannst du vllt bitte die linientreue etwas genauer erläutern. Denn eine Linie kann ich hier glücklicherweise nicht wirklich erkennen. Für mich sieht das doch vielmehr nach individuellen gedankengängen aus.
DWEWT20.10.16 #
Wir können es uns gar nicht leisten, uns auch nur eine Möglichkeit der positiven Darstellung entgehen zu lassen.
Ackergauldrei20.10.16 #
Es ist wie mit dem Wasserglas. Man kann es halbvoll und halb leer sehen.

Die Menschlichkeit kommt mir einfach zu kurz. Und zwar in der Draufsicht auf die Landwirtschaft durch Medien, die vergessen das Tierhalter auch Menschen sind, aber auch die Bauern selbst. Es ist ja toll, wenn jemand aus seinen Sauen ganz viele Ferkel erzeugt und mit niedrigen Ferkelverlusten Tierwohl beweist und praktiziert.

Aus menschlicher Sicht sage ich, dass wir insgesamt als Branche die Hochleistungszucht übertreiben - auch bei Kühen.

Ein Preis sollte auch nur an Personen verliehen werden, die sich menschlich korrekt gegenüber anderen Menschen verhalten.

Der Chefredakteur hat hier wohl die Entscheidungen getroffen und wird seine Gründe haben. Natürlich haben wir tolle Preisträger die den Preis verdient haben.

Ich denke, die Landwirtschaft sollte sich selbst feiern. Allerdings sollten wir uns alle erst mal eine Feier verdienen.