Zur Desktop-Version wechseln
landlive.de

Forum: Geflügel

Meine eigenen Frühstückseier :)
HerrAugust22.11.16 #
Hallo liebe Community!
Ich bin neu hier und hoffe auf ein paar wertvolle Tipps
Ich träume schon länger davon, mehr oder weniger unter die Selbstversorger zu gehen und will jetzt den ersten Schritt wagen: meine eigenen Hühner im Garten. Ich hab schon einen Teilbereich im Garten abgesteckt, der den Hühnern als Auslauf diesen soll und der Hühnerstall ist auch schon im Bau. Da ich aber wirklich ein absoluter Neuling auf dem Gebiet der Hühnerhaltung bin, wollte ich nochmal unter den erfahrenen Landwirten nach Einsteigertipps fragen Gibt es noch irgendwas, was ich beachten sollte? Mein Plan sind für's erste 4 Hennen und ein Hahn der Rasse Leghorn (möglichst viele Frühstückseier )
altilla22.11.16 #
Grundsätzlich: ein Hahn ist gut fürs Auge aber sicher nicht nötig für die Eierproduktion. Oder willst du eigene Nachzucht?
Denke an die Luftwaffe: im Freien kann der Habicht schnell aus 4 0 Hennen machen und der Fuchs ebenso. Aber wenn du den Stall schon gebaut hast, dann hast du dich sicher schon damit beschäftigt. Momentan Stallpflicht, d. h. der Stall sollte eben so sein, dass man damit auch mehrere Monate leben kann.
Jeder Hühnerhalter muss sich beim Veterinäramt melden, bis 50 Hühner meines Wissens kein Beitrag zur Tierseuchenkasse, weil zu geringer Beitrag.
Da ich nicht weiss, was du schon weisst, ist schwer, etwas zu raten!
023.11.16 #
Hallo Herr August!
Ich wünsch Dir viel Erfolg und Freude mit Deinen Hühnern. Bei uns hat der Fuchs die Hühner von 24 auf 6 reduziert. Diese wissen wie man überlebt. So ist die Natur halt, auch wenn es nicht schön ist. Willst Du mit wenigen Hühnern viele Eier, mußt Du kräftig mit Legemehl arbeiten. Wir lassen unsere Hühner auf den Hof rumkratzen und fressen was sie finden. Da gibt es weit weniger Eier, die sind aber schon von der Dotterfarbe leicht zu unterscheiden. Wie altilla schon schrieb: Aufstallungspficht!!!!!!! Sämtliches Geflügel MUSS im Stall bleiben.
tyr24.11.16 @ HerrAugust #
HerrAugust schrieb:

Hallo liebe Community!
Ich bin neu hier und hoffe auf ein paar wertvolle Tipps
Ich träume schon länger davon, mehr oder weniger unter die Selbstversorger zu gehen und will jetzt den ersten Schritt wagen: meine eigenen Hühner im Garten. Ich hab schon einen Teilbereich im Garten abgesteckt, der den Hühnern als Auslauf diesen soll und der Hühnerstall ist auch schon im Bau. Da ich aber wirklich ein absoluter Neuling auf dem Gebiet der Hühnerhaltung bin, wollte ich nochmal unter den erfahrenen Landwirten nach Einsteigertipps fragen Gibt es noch irgendwas, was ich beachten sollte? Mein Plan sind für's erste 4 Hennen und ein Hahn der Rasse Leghorn (möglichst viele Frühstückseier )


Vier Hennen und ein Hahn ist zu wenig, fünf Hennen die absolute Untergrenze, besser wären zehn.
Hängt damit zusammen, das der Hahn die selben Hennen zu oft besteigt, was sich meistens am Rückenfedernverlust, bemerkbar macht. Vulgär: Er vögelt sie kaputt.
Außerdem ist es nicht so, das Hühner kontinuierlich legen, bei zehn hast Du immer ein paar Eier, und wenns zu viel werden, wirst Du sicher einen Familien/Bekanntenkreis haben, der sie Dir gern abnimmt.
jakobleipzig24.11.16 #
Von mir wurde damals unterschätzt, dass die Hühner mit der Zeit den Auslauf völlig umscharren und nix Grünes bestehen bleibt. Das hat in unserem Garten zwar einige Jahre gedauert, aber dann war es erledigt. Grüner Boden ist aber viel besser, für die Bodenhygiene und für die Hühner, für die tägliches Grün im Futter ein Segen ist. Sicher gibt es irgendwo eine qm-Zahl pro Huhn, ab der das Gras die Hühner überlebt.

Wie vieles in unserem Land will ein Amt auch die alle Hühner (bzw. deren Halter) überwachen. Damit im Falle drohender Seuche eine Stallpflicht erlassen und kontrolliert werden kann; außerdem gibt es eine für Dich fast nicht erfüllbare Impfpflicht. Deswegen gibt es in D. eine ungezählte Anzahl Hühner, die nicht dem Amt gemeldet sind...
24023624.11.16 @ jakobleipzig #
Meine Hühner sind zwar gemeldet, aber von Impfpflicht, habe ich noch nichts gehört.
Kasparow24.11.16 #
Also mir träumt ja auch mal sowas , aber ich würde niemals auf die Idee kommen Turbohochleistungsrassen zu halten . Im kleinen Stil , die Eier nur für Eigenbedarf , da möcht ich doch lieber eine bunte Vielfalt an Hühnern die schön und abwechlungsreich anzusehen sind .
Sind die Eier zu wenig , dann halt ich halt ein zwei drei Hühner mehr .
Bei so wenig Hühnern da dürfte ja eine jede einen Namen haben , und bei den Einheitshühnern , die kannst ja gar nicht auseinander halten .
Seebauer24.11.16 @ tyr #
tyr schrieb:

Vier Hennen und ein Hahn ist zu wenig, fünf Hennen die absolute Untergrenze, besser wären zehn.
Hängt damit zusammen, das der Hahn die selben Hennen zu oft besteigt, was sich meistens am Rückenfedernverlust, bemerkbar macht. Vulgär: Er vögelt sie kaputt.
Außerdem ist es nicht so, das Hühner kontinuierlich legen, bei zehn hast Du immer ein paar Eier, und wenns zu viel werden, wirst Du sicher einen Familien/Bekanntenkreis haben, der sie Dir gern abnimmt.


Na wenn der Beitrag vom Tierschutzverein gelesen wird, dann fordern sie die Rückkehr zur Käfighaltung, damit es die Hühner ruhig haben.
Waldschrat24.11.16 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 24.11.16 um 21:17 Uhr.)
bei so ner minihaltung würde ich mal über alte/gefährdete rassen nachdenken
[www.g-e-h.de]
allerdings würde ich das vorhaben bis zum abklingen der vogelgrippe verschieben

grüße vom waldschrat
lenss25.11.16 @ jakobleipzig #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 25.11.16 um 11:05 Uhr.)
jakobleipzig schrieb:

Von mir wurde damals unterschätzt, dass die Hühner mit der Zeit den Auslauf völlig umscharren und nix Grünes bestehen bleibt. Das hat in unserem Garten zwar einige Jahre gedauert, aber dann war es erledigt. Grüner Boden ist aber viel besser, für die Bodenhygiene und für die Hühner, für die tägliches Grün im Futter ein Segen ist. Sicher gibt es irgendwo eine qm-Zahl pro Huhn, ab der das Gras die Hühner überlebt.


Die Erfahrung mussten meine Eltern früher leider auch machen. Was da dann wieder besser ist, sind mobile Hühnerställe, aber die kann man wieder etwas schlechter auf die Bedürfnisse abstimmen bzw. was die Sicherheit angeht präparieren. Immerhin kann sich dann das Gras aber in regelmäßigen Abständen erholen.

Prinzipiell klingt das Ganze für mich aber noch ein bisschen blauäugig und ich vermute mal, gerade mit den gesetzlichen Gegebenheiten hat sich Herr August noch nicht so sehr beschäftigt, vermutlich hat er sich deshalb auch hier angemeldet, oder? Gerade für die Haltung in Wohngebieten oder Kleingartenanlagen, gibt es einiges zu beachten, das hier aufzurollen, wäre zu umfangreich, eine grobe Übersicht gibt's aber beispielsweise hier. Grundaussage: informiere dich z.B. beim Kleingartenverein, Bauamt, der Gemeinde und natürlich auch im Veterinäramt. Du musst deine Hühner dort sowieso anmelden (wie es schon erwähnt wurde). Dazu findest du dort auch einen Abschnitt.

Wenn du den Stall schon baust, dann hast du ihn vermutlich für deine geplante Hennenzahl schon abgemessen. Ich persönlich bin aber auch dafür, dass du etwas mehr hältst. Und wenn es dir nur um die Eier geht, würde ich an deiner Stelle auf den Hahn verzichten. Die Gründe wurden hier ja schon genannt. Wenn dein Garten an dein Haus angrenzt und du direkte Nachbarn hast, wird er außerdem zur Lärmbelästigung. Auch das solltest du berücksichtigen.

Achte auf jeden Fall auf genug Platz im Auslauf und Möglichkeiten zum Schaben und Staubbaden. Das hält die Hühner gesund und glücklich. Meine Eltern haben bei ihren Hühnern immer eine Grube gegraben (ca. 40cm tief, 1m x 1m breit) und mit Sand befüllt. Du kannst auch etwas Holzkohle oder spezielle Kalkmischungen untermischen (sowas hier z.B. ). Kalk ist sowieso sehr wichtig für die Stallwände.
Das Sandbad sollte aber nicht direkt am Ausgang sein, weil die Hühner beim Verlassen des Stalles koten (Das Bad muss aber natürlich trotzdem regelmäßig gereinigt werden).

Die Idee mit den alten Rassen finde ich übrigens super! Für die private Haltung braucht es wirklich keine Legemaschinen. Man will ja auch ein bisschen Spaß an den Tieren haben.

Ich denke mal, durch die vielen Beiträge hier hast du jetzt einen guten Überblick. Aber ich hoffe, wir haben dir mit den vielen Dingen, die zu beachten sind, nicht all zu viel Angst vor den nächsten Schritten gemacht