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landlive.de

Forum: Geflügel

Einstieg Legehennhaltung
LukasF11.12.16 #
Hallo

Ich habe einmal folgende frage: Und zwar erst einmal die Ausgangssituation:
Ich als Hoferbe von meinem Onkel der sich momentan im 3. Lehrjahr Landwirt befindet steht nun davor den Betrieb erfolgreich weiter zu führen. Momentan ist der Betrieb verpachtet. Tierhaltung sprich Stallungen sind alt.
Nun war ich bei einer Betriebsberatung der LWK und da wurde es mir ans Herz gelegt wenn ich investieren wollte in die Legehennenhaltung zu investieren. Generell bin ich von dem ganzen nicht abgeneigt denn ich denke es ist ein Produktionszweig der Zukunft hat gerade wegen des geringen Selbstversorgunggerades und dem steigendem Eierverbrauch.
Geplant währe eine Einheit von 15.000 Legehennen mit 6ha Auslauf, da es sich hierbei noch um Landwirtschaftliches bauen Handelt

Nun meine eigentliche Frage: Wie stehen Aktive Legehennhalter zu dem Thema? Seht ihr Zukunft?
Desweitern wie hoch ist die Realistische Arbeitsdauer/Arbeitskraft für so einen Stall?
Und ist es möglich durch so einen Betriebszweig ein ausreichendes Einkommen zu erzielen?

Meine Meinung bislang: Ja, man kann ein Ausreichendes Einkommen Erzielen, es ist mit einer Vollzeit AK zu schaffen und Zukunft sehe ich dem ganzen auch :)

Würde gerne mal eure Meinung hören :)
maxp11.12.16 #
Hängt von der Vermarktung ab.
Erfolgreiche Betriebe sehen Neueinsteiger nicht gern ;)
The_Fox11.12.16 @ LukasF #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 11.12.16 um 22:44 Uhr.)
LukasF schrieb:

Nun meine eigentliche Frage: Wie stehen Aktive Legehennhalter zu dem Thema? Seht ihr Zukunft?
Desweitern wie hoch ist die Realistische Arbeitsdauer/Arbeitskraft für so einen Stall?
Und ist es möglich durch so einen Betriebszweig ein ausreichendes Einkommen zu erzielen?



Ich bin vor vier Jahren in die ökologische Legehennenhaltung eingestiegen mit 6000 Stück. Meiner Meinung nach eignet sich die Hühnehaltung außerordentlich gut für Neueinsteiger. Ein großer Vorteil ist, dass man allein mit Bücherwissen, im Gegensatz zur Rinder- oder Schweinehaltung, sehr weit kommen kann. Den Rest lernt man während des ersten Durchgangs.
Was die monetäre Seite anbelangt dürften 15000 Stück für ein ausreichendes Einkommen genügen (was ich allerdings nicht durch Zahlen untermauern kann). Ich kann von meinen 6000 Biohühnern jedenfalls sehr gut leben (und auch Vater Staat verdient kräftig mit).

Auch in puncto Arbeitszeitbedarf ist die Legehennenhaltung meiner Ansicht nach sehr günstig. Ich kann alle Arbeiten bei meinen 6000 Schnäbeln ohne jede Hilfe alleine erledigen und benötige dafür, abhängig vom jeweiligen Punkt in der Legeperiode, zwischen unter sechs und etwas über acht Stunden am Tag. Aber das ist in einem technisch eher spartanisch ausgerüsteten Stall (ohne Farmpacker etc).
Ich weiß aus einer Studie, an der ich selbst teilgenommen habe, dass im Biobereich der durchschnittliche Arbeitszeitbedarf je Henne bei Neubauten bei etwa 0,36 AKh je Hennenplatz liegt, sofern die Eier über eine Packstelle vermarktet werden (Direktvermarkter benötigen deutlich mehr Arbeitszeit).
Darüberhinaus ist die Arbeit an sich körperlich kaum fordernd (ich hatte vorher Milchkühe - ein Unterschied wie Tag und Nacht), sie ist über längere Zeiträume sehr gleichbleibend und lässt sich hervorragend im Voraus planen. Es ist über weite Strecken wie ein ganz regulärer Fließbandjob.

Alles in Allem ist die Legehennenhaltung im Moment einer der attraktivsten Produktionszweige. Allerdings sind die durch die Abschaffung der Käfighaltung ausgelösten Verluste an Produktionskapazität zu weiten Teilen bereits ersetzt, daher ist es wichtig sich im Voraus einen langfristigen Vermarktungsweg zu sichern. Aber verglichen mit den Alternativen hat die Legehennenhaltung doch viele Vorteile. Man ist unabhängiger von der Fläche als bei Rindern und Biogas, man hat längst nicht ein so enges Marktumfeld wie bei Schweinen, bei Hähnchenmast kann man ohnehin von einem Stall alleine gar nicht leben und wenn man irgendeine "exotische" Tierhaltung macht, dann kommt man zwar auch mit einer kleineren Produktion aus, man muss aber auch sehr viel mehr Zeit und Engagement in die Vermarktung stecken.

Ich jedenfalls habe meine Umstellung auf Legehennen im Großen und Ganzen nicht bereut und würde es jederzeit wieder machen.
Ich hoffe, dass ich helfen konnte.


PS: Ich habe über mehrere Monate einen Betrieb begleitet, der dieses Jahr in die koventionelle Freilandhaltung eingestiegen ist und jetzt im Herbst seinen neuen Stall bezogen hat. Bei Interesse kann ich die E-Mail-Adresse schicken, vielleicht kann dir der Kollege aktuelle Eindrücke aus erster Hand geben.
LukasF18.12.16 #
Also vorstellen würde ich mir auch einen 15.000 er Bio- Legehennstall mit einer Vermarktung direkt über einen Händler bzw. mit einer Lohnhaltung für den Einstieg um Erfahrungen zu sammeln und Planungsicherheit zu haben.
Gibts dort Erfahrungen oder ist das mit den Infos wirklich so schwierig?
Biobauer18.12.16 @ LukasF #
LukasF schrieb:

Also vorstellen würde ich mir auch einen 15.000 er Bio- Legehennstall mit einer Vermarktung direkt über einen Händler bzw. mit einer Lohnhaltung für den Einstieg um Erfahrungen zu sammeln und Planungsicherheit zu haben.
Gibts dort Erfahrungen oder ist das mit den Infos wirklich so schwierig?



ich mein da solltest am ehesten bei einen bioverband anfragen, die haben spezialisierte berater, da würde einiges an grundwissen insbesondere bei bio an dich rangetragen werden.
DWEWT18.12.16 #
Seit dem 01.01.2016 gibt es in den meisten Bundesländern eine vom jeweiligen Ministerium finanziell gesponsorte Beratung, speziell für den Ökobereich. Einfach eine Anfrage an die örtliche zuständige Kammer/an das Landwirtschaftsamt richten. Da bekommt man auch Auskunft bezüglich einer evtl. Kostenbeteiligung.
Biobauer18.12.16 @ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Seit dem 01.01.2016 gibt es in den meisten Bundesländern eine vom jeweiligen Ministerium finanziell gesponsorte Beratung, speziell für den Ökobereich. Einfach eine Anfrage an die örtliche zuständige Kammer/an das Landwirtschaftsamt richten. Da bekommt man auch Auskunft bezüglich einer evtl. Kostenbeteiligung.



die gibts in bayern schon immer und ist zum thema hühnerhaltung ungefähr so kompetent wie a kuh zum radlfahren.
DWEWT18.12.16 @ Biobauer #
Biobauer schrieb:

die gibts in bayern schon immer und ist zum thema hühnerhaltung ungefähr so kompetent wie a kuh zum radlfahren.


Ich meine nicht die Offizialberatung sondern akkreditierte Privatfirmen, darunter auch die Beratungunseinrichtungen der Verbände. Auch die Beratung durch diese Einrichtungen, wird nun finanziell gefördert. Die Kammern/Ämter geben Auskunft darüber, welche Beratungseinrichtungen für bestimmte Fachbereiche, mit Förderung, Leistungen anbieten. Das ist immer noch unverbindlicher, als eine Beratung über einen Verband in Anspruch zu nehmen. Es gibt aber Unterschiede von Bundesland zu Bundesland!