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landlive.de

Forum: Pflanzenbau

Pufferzone am Ackerrandstreifen einrichten. Ideen?
Tuxo29.10.17 #
Hallo Allerseits,
es kennt sicher jeder das Problem mit dem Ackerrand. Einwandern unliebsamer Unkräuter, der Dünger fliegt zum Nachbarn, auf den Feldweg oder sonstwohin woher nicht hingehört, Abdrift Feldspritze und und und....
Meine Idee wäre eine halbe Sämaschinenbreite (bei mir 1,25m) "ökologisch" zu bewirtschaften. D.h. die Fahrgassen so legen, dass dort nicht gedüngt und kein Pflanzenschutz ausgebracht wird, jedoch ganz normal bearbeitet und angesät wird. Um dort nichts unerwünschtes zu Züchten, würde ich dort eine abfrierende und verträgliche "Unkrautmischung" bei Sommerungen als Mischung mit einsähen, bzw. bei Winterungen im Frühjahr nachsähen.

Hat jemand sowas schon ausprobiert und kann über Erfahrungen berichten? Für Empfehlungen für die "Unkrautmischung" oder sonstige Anregungen würde ich mich freuen.

Gruß, Tuxo

P.S. das Einwerben von Subs interessiert mich in dem Zusammenhang nicht die Bohne....
Kartoffelbluete29.10.17 #
Das Thema ist sogar richtig aktuell und heiß! Denn entlang von Gärten darf seit
2017 ein ? Meter breiter Streifen nicht mehr chemisch behandelt werden. Wir
haben davon 360m und ich weiß nicht so recht wie ich damit langfristig umgehen
soll. Einen schmalen Grünstreifen anlegen und immer wieder mähen geht nur
umständlich, weil man auf der anderen Seite das Grundstück nicht verlassen kann.
Aber einfach anbauen und wachsen lassen wie dieses Jahr, (hab Saatmenge verdoppelt,
indem ich doppelt gefahren bin und auch kein N-Dünger) wird vielleicht von Jahr zu
Jahr schwieriger werden. (Aussamen?). Dieses Jahr war der Weizen relativ sauber
und es gab beim Dreschen noch kein Gemecker.
Tuxo29.10.17 @ Kartoffelbluete #
Pragmatische Lösung. Ohne N-Dünger und dichter Saat baut sich eine verträglich "Unkrautmischung" vllt. auch ganz von alleine auf. Das Problem am Rand ist ja, dass zwar stets etwas gedüngt wird, wenn auch nur mäßig, aber nichts abgefahren wird. Der Pflug arbeitet an den letzten Zentimetern auch nicht immer perfekt. Ein Paradies für die Problemunkräuter der Konvis.
Andi2429.10.17 #
Allso in Baden-Württemberg muss man von den Gräben 5m mit Dünger und Pflanzenschutz wegbleiben.
Einige bewirtschaften die Fläche ganz normal weiter, nur auf den 5m wird nicht Gedüngt und kein Pflanzenschutz ausgebracht.
Die meisten haben jedoch Gras eingesät auf dem 5m Steifen. Diesen mähen sie Regelmäßig ab, somit auch kein Problem mit Unkräutern!!

Wenn man es ganz genau nimmt müsste man um jeden Acker so einen Streifen anlegen. Den man muss ja sicher stellen das kein Dünger und Pflanzenschutzmittel auf andere Flächen (Acker, Wiese, Straße) gelangt.
Und das kann bis jetzt keine Maschine!!!

Aber wenn unsere Politik so weiter macht, erledigt sich dieses Problem von alleine, den dann bewirtschaften wir alle Biologisch!!!
Seebauer29.10.17 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 29.10.17 um 21:35 Uhr.)
Ich hab eigentlich meist Vorgewende, so drei Meter, wird dann irgendwann wenn es gerade eine längere Trockenphase gibt gemäht und zum einstreuen in die Tieflaufställe genommen.
ansonsten halt mulchen, hier wird bisher auch gerne bis auf die Straße hinauf gedrillt, angeblich wegen der Anträge, auf jeden Fall gibt das zusätzliche Arbeit, sowohl für den Bauern wie die Kontrolleure.
Ali29.10.17 @ Seebauer #
Seebauer schrieb:

Ich hab eigentlich meist Vorgewende, so drei Meter, wird dann irgendwann wenn es gerade eine längere Trockenphase gibt gemäht und zum einstreuen in die Tieflaufställe genommen.
ansonsten halt mulchen, hir wird bisher auch gerne bis auf die Straße hinauf gedrillt, angeblich wegen der Anträge, auf jeden Fall gibt das zusätzliche Arbeit, sowohl für den Bauern wie die Kontrolleure.


Für die Kontrolleure eher nicht, die machen das mit Fernerkundung aus Ungarn und schicken Deinem Amt die Ergebnisse. Du bekommst dann 2 Dutzend Seiten Mängellisten und mußt Dich äußern.
Ali29.10.17 @ Andi24 #
Andi24 schrieb:

...

Wenn man es ganz genau nimmt müsste man um jeden Acker so einen Streifen anlegen. Den man muss ja sicher stellen das kein Dünger und Pflanzenschutzmittel auf andere Flächen (Acker, Wiese, Straße) gelangt.
Und das kann bis jetzt keine Maschine!!!

!


Doch, Maschinen können das.
Seebauer29.10.17 @ Ali #
Ali schrieb:

Für die Kontrolleure eher nicht, die machen das mit Fernerkundung aus Ungarn und schicken Deinem Amt die Ergebnisse. Du bekommst dann 2 Dutzend Seiten Mängellisten und mußt Dich äußern.


Ja wie sagte die betagte Bäuerin, die im Fernsehen zu sehen war,
und gefragt wurde, warum es so wenig Nachwuchs bei den Bäuerinen gibt.

heutzutage will Niemand mehr arbeiten, alle gehen lieber ins Büro

Büro zählt nicht zur Arbeit, sag das mal einem Bauern der seine Anträge und Dokumentation zu erledigen hat,
genauso wie erwähnter Kontrolleur.
Falls dann noch eine Mängelliste kommt , ist das ja wieder Arbeit.
nurich30.10.17 @ Seebauer #
Aber so wird das leider noch von vielen gesehen. Büro ist keine Arbeit, Industrie ist keine Arbeit, nur Landwirtschaft u bestenfalls noch Handwerk haben was mit Arbeit zu tun.
Bei vielen älteren zählt ja das betriebsbüro noch nicht mal zur Arbeit.

Viele würden sich umschauen, wenn sie mal 'nichts schaffen' müssten.
Und was noch schlimmer ist das sind abwertende Äußerungen gegen die eigene Kundschaft.
Da herrscht bei vielen Landwirten noch eine sehr große Arroganz. Auch das ist Öffentlichkeitsarbeit
030.10.17 @ nurich #
Die ganze Bürokratie habe ich so was von Satt. Nur sättigen tut sie nicht!