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Forum: Fleckvieh

Mutterlinien der GJV
Jungzuechter13.11.17 @ Simon1986 #
Simon1986 schrieb:

Ist man heute schon ein Spitzenzüchter wenn man Hoch genomisch getestete Jungrinder mit allem Spült was gerade genomisch in den Listen vorne ist?

Zu dem Linien die IN waren bzw IN sind, da gibt es auch prominente Beispiele aus dem nordwestlichen Bayern. Da gibt´s auch eine Bekannte Linie die mit R anfängt. Da kam früher schon nix raus, obwohl Massiv Bullen angekauft wurden, und da kommt heute auch nix raus, genauso wenig wie morgen. Und das obwohl seit einführung der GS gerade aus der Linie noch mehr und noch teurer die Stiere an Station wechseln. Natürlich kam aus der Linie 2 bekanntere und 1 oder 2 naja geprüfte Vererber raus. Bei der Anzahl der eingestellten Bullen aber immer noch eine mehr als miese Quote, da machts halt einfach die pure Masse. (nur um eins klar zu Stellen: Auf genannten Betrieb gibt es auch andere Kuhstämme, die Meiner Meinung nach deutlich mehr taugen, und die auch Ihre Berechtigung auf Station haben)

Genauso wird es mit den neunen "In" Linien auch gehen. Solange dabei hohe GJV raus kommen die man Vermarkten kann (vor allem wenn die meisten Stiere davon bei den Holländern oder Schwaben landen die fast nur GJV vermarkten) wird es niemanden interessieren ob hinten nach was dabei raus kommt. Hauptsache der Rubel rollt.


In meinem Beitrag hab ich sie damit gemeint Ja, man kann sie auch vorsichtig als ET-Stationen bezeichnen!
Was kann man überhaupt von einer Linie erwarten? Der Züchter vom Dionis hat gemeint viele andere kommen garnicht so weit, dass sie einen guten Stier züchten ich hatte das Glück! Es gibt vereinzelt nur sehr wenige Linien die Zuchterfolg in Serie bringen. Spannend zu beobachten ist, wenn von einer Kuh gleich mehrere GJV im Einsatz waren welcher das Rennen macht. Mai, Vollwert und Window waren als GJV in GZP, aber nur Zürich ist im Wiedereinsatz!
Bei deinem Beispiel ist auch der Betrieb und der Zuchtverband gefragt das mal aus einer anderen Linie Nachkommen typisiert werden.
Die „IN“-Linien müssen wenn das Exterieur passt auch einiges mitmachen bei Schauen und Fototerminen, dafür braucht‘s halt einen finanziellen Anreiz. Von Kühen die man kennt werden dafür auch leichter Stiere eingesetzt!

Tatsache ist, dass Besamungsstationen die Zweifel an dem System und an Genomisch aus Genomisch schon zu Spüren bekommen.
Seebauer13.11.17 @ Jungzuechter #
Inwiefern bekommen das die Besaungsstatinen zu spüren?

Da ja doch alle so ähnlich verfahren, kommt es dann halt darauf an wer die besten Nachkommen geprüften auf seiner Station hat, falls der Einsatz der genomischen zurückgeht.

Kenne auch große Betiebe, die entweder ganz oder zusätzlich zum Besamen einen genomisch getesteten
Deckbullen einsetzen weil ihnen das sichere Zwischenzeiten bei der Abkalbung bringt.
Für die Station, ist dann halt auch weniger zu holen kann sich ja jeder ausrechnen ein HF Betrieb mit
100 Kühen mal 40 Euro Einsatz für Sperma bis die Kühe trächtig sind.
Jungzuechter13.11.17 @ Seebauer #
Weil sich die Nachfrage, vor allem Überregional, in Grenzen hält und der teure Stier nur wenige Besamungen macht. Mit der Gefahr das der Vater abstürzt und nicht mehr interessant ist. Zum Beispiel beim Morata.
Für Vertragsstiere wurde auch schon eine Ratenzahlung angedacht um dieses Risiko abzufedern.
Bernhard00713.11.17 @ Simon1986 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 13.11.17 um 21:31 Uhr.)
Simon1986 schrieb:

Ist man heute schon ein Spitzenzüchter wenn man Hoch genomisch getestete Jungrinder mit allem Spült was gerade genomisch in den Listen vorne ist?


Was ist ein Spitzenzüchter?
Es gibt viele Milchviehhalter, die immer die perfekte Ausgleichspaarung gemacht haben, vor Genomik aber nicht in Erscheinung getreten sind. Wenn er ein hoch typisiertes Rind im Stall hat kann er nicht so viel verkehrt gemacht haben. Und wenn er es für richtig findet es zu Spülen, dann hat er den aktuellen Zeitgeist umgesetzt. Leider Lob die Gesellschaft Spitzenleistungen sehr schnell, und wenn sich der Wind dreht wird man zerfleischt. Auch mein elterlicher Betrieb schaffte mit Beginn der GS den zutritt zu der Bullenzucht. Und ich hoffe das die bis dato geprüften Bullen auch ihre Erwartungshaltung erfüllen, eingesetzt habe ich bis dato jeden, und werde dies auch in Zukunft tun. Was ich mir Wünsche ist das die von uns gezüchteten unsere Betriebsphilosophie auch zeigen und diesbezüglich ein einheitliches Vererbungsprofil zeigen. Das denke ich definiert einen Züchter, das man erkennen kann worauf innerbetrieblich Wert gelegt wurde.

Simon1986 schrieb:
Zu dem Linien die IN waren bzw IN sind, da gibt es auch prominente Beispiele aus dem nordwestlichen Bayern. Da gibt´s auch eine Bekannte Linie die mit R anfängt. Da kam früher schon nix raus, obwohl Massiv Bullen angekauft wurden, und da kommt heute auch nix raus, genauso wenig wie morgen. Und das obwohl seit einführung der GS gerade aus der Linie noch mehr und noch teurer die Stiere an Station wechseln. Natürlich kam aus der Linie 2 bekanntere und 1 oder 2 naja geprüfte Vererber raus. Bei der Anzahl der eingestellten Bullen aber immer noch eine mehr als miese Quote, da machts halt einfach die pure Masse. (nur um eins klar zu Stellen: Auf genannten Betrieb gibt es auch andere Kuhstämme, die Meiner Meinung nach deutlich mehr taugen, und die auch Ihre Berechtigung auf Station haben)


Es gibt viele Linien die man zu diesem Beispiel heranziehen könnte. Aber wenn man ehrlich ist wurden bei dieser und auch anderen guten Linien immer die zu jener Zeit besten Vererber angepaart und die Erwartungshaltung war da, das sie nun funktioniert. Aber wie sagte einmal ein sehr guter Züchter "Die Zucht is a Matz"

Simon1986 schrieb:
Genauso wird es mit den neunen "In" Linien auch gehen. Solange dabei hohe GJV raus kommen die man Vermarkten kann (vor allem wenn die meisten Stiere davon bei den Holländern oder Schwaben landen die fast nur GJV vermarkten) wird es niemanden interessieren ob hinten nach was dabei raus kommt. Hauptsache der Rubel rollt.


Du sprichst hier nun 2 Akteure an, welche eine scheinbar sehr einseitige Ausrichtung ihres Portfolio haben. Ich hoffe nur in Ihren Sinne das sie genügend Breit aufgestellt sind. Ich denke in Zukunft, bei wachsenden Betriebsgrößen, wird die Zahl der Eigenbestandsbesamer zunehmen und dann gibt es nicht mehr diese Monopolgrenzen beim Spermaverkauf.

[quote]Jungzuechter schrieb:
Bei deinem Beispiel ist auch der Betrieb und der Zuchtverband gefragt das mal aus einer anderen Linie Nachkommen typisiert werden.
[quote]

Bitte um Erläuterung: //gefragt//

warum soll der Betrieb was umstellen, die GS sagt im das aus dieser Linie die besten Ergebnisse kommen und die Stationen daran viel Interesse haben. Solange die andere Linie im Stall nicht besser Vermarkten lässt hat er kein Handlungsbedarf.
Der Zuchtverband ist meist nur noch Auktionsort, bei vielen gehypten GJV´ler ist die Halbgeschwistergruppe der Kandidaten so groß, das der Verband froh sein kann wenn es einer (mehrere) aus seinem Zuchtgebiet an Station schafft. Vielleicht die wenigen jungen Zuchtberater, die nach dem Kooperationsvertrag zum Teil vom Verband angestellt sind können auf die Zucht noch einwirken.
Auch die Fachberater sind oft machtlos, weil die guten Züchter auf ihre besten Tiere nicht den interessantesten Vererber sondern den BESTEN drauf haben wollen. Da hilft es nicht ein GZP rauszuschicken, wenn die Besamungspistole anders geladen wird.

Aus meiner Sicht können die Bullenablehner/innen (die meisten Bullen lehnen sie ab) der Stationen noch am meisten Einfluss nehmen, indem sie gerade bei den ganz jungen, die sie ja immer nicht so wollen, die Ankaufsquote kein halten. Dies ist aber auch schwierig, erstmal alle Einkäufer unter einem Hut zu bringen, dann die Erwartungshaltung der spermakaufenden Bauern zu bedienen, und drittens Konkurrenz der doch sehr gut typisierten Natursprungbullen.

Also man sieht es wieder, die Katze beißt sich in den eigenen Schwanz.
Wenn tatsächlich mehr als eine gute Linie im Stall steht, sollte auch diese züchterisch bearbeitet werden.
Jungzuechter schrieb:

Wenn tatsächlich mehr als eine gute Linie im Stall steht, sollte auch diese züchterisch bearbeitet werden.


Ich denke ein Züchterherz könnte nicht einfach eine Linie im Stall links liegen lassen, aber wer kennt das nicht. Schöne leistungsstarke Kuh, aber typisieren kann sie nicht.
Und das kenn ich ned nur 1x im eigenen Bestand.
Simon198614.11.17 #
Ich unser Betrieb hat es erst mit Einführung der GS geschafft Bullen an Station zu Bringen. Davor war es für uns wegen zu geringer Zuchtwerte bei den Kühen unmöglich. Da recht sich halt auch mal Bullen aus dem Bauch heraus einzusetzen, und nicht nur weil Sie gerade in den Listen vorne stehen.
Bisher habe ich auch jeden von unseren Stieren selbst eingesetzt, ein Züchter der das nicht tut vertraut nicht auf seine eigene Genetik. Diese hätte dann auch nichts an der Station zu suchen.
Bisher ist nur ein Stier aus unseren Kuhfamilien Töchtergeprüft, der ist aber gleich ein Volltreffer. Beim zweiten sieht es etwas anders aus, der kommt gerade mit Töchtern und wird es wohl nicht schaffen.
Es verlangt auch niemand das jeder eingestellte Stier was wird, das wäre unmöglich. Aber von 10 oder 20 Stieren einer Linie sollte schon was hängen bleiben.
grimmig14.11.17 @ Simon1986 #
Simon1986 schrieb:

Ich unser Betrieb hat es erst mit Einführung der GS geschafft Bullen an Station zu Bringen. Davor war es für uns wegen zu geringer Zuchtwerte bei den Kühen unmöglich. Da recht sich halt auch mal Bullen aus dem Bauch heraus einzusetzen, und nicht nur weil Sie gerade in den Listen vorne stehen.
Bisher habe ich auch jeden von unseren Stieren selbst eingesetzt, ein Züchter der das nicht tut vertraut nicht auf seine eigene Genetik. Diese hätte dann auch nichts an der Station zu suchen.
Bisher ist nur ein Stier aus unseren Kuhfamilien Töchtergeprüft, der ist aber gleich ein Volltreffer. Beim zweiten sieht es etwas anders aus, der kommt gerade mit Töchtern und wird es wohl nicht schaffen.
Es verlangt auch niemand das jeder eingestellte Stier was wird, das wäre unmöglich. Aber von 10 oder 20 Stieren einer Linie sollte schon was hängen bleiben.

Wie heißt dann dieser " Volltreffer " , kannst damit gleich ein bisschen Werbung machen in diesem Forum.
Simon198614.11.17 @ grimmig #
Ein Grund warum ich hier nie was geschrieben sondern immer nur gelesen habe war, dass manche Ihre Eigenen Stier beworben und in den Himmel gelobt haben, und sobald Kritik kam waren die Leute beleidigt.
Das hat hier in diesem Forum viel Zeit, Energie und Seiten in Anspruch genommen.

Deshalb werde ich hier keine Eigenwerbung vornehmen. Nur so viel: Töchtergerprüft mit GZW über 130 und ordentlichem Exterieur darf man denke ich einen Volltreffer nennen oder?