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landlive.de

Forum: Fleckvieh

Mutterlinien der GJV
grimmig schrieb:

Meiner Meinung nach ist das Tierquälerei und gehört verboten! Braucht in Wirklichkeit keiner diese sinnlose Punktezucht. Bei BIO ist ET ohnehin verboten. Mich wundert es ohnehin das da noch keine Tierschutzorganisationen aufmerksam wurde.



vollste Zustimmung! Jungrinder spülen? Da gehts doch wirklich nur noch um die Punkte und nicht um leistungsfähige Kühe. Den großen Reibach will man machen, bevor der genomische Vater und Großvater abstürzen.

Wer sagt eigentlich, dass die Zazu- und Walint-Töchter besser werden als die Regio- und Humid-Töchter aus den 90ern waren? Die gut 40 Punkte Zuchtwertunterschied resultieren doch aus der jährlichen Abschreibung. Die würde ich gerne mal nebeneinander stehen haben. Da würde man wahrscheinlich keine 40 Punkte Unterschied im GZW sehen.
Wenn Zuchtfortschritt durch herabsetzen von Zahlen generiert wird dann ist das doch weder Zucht noch Fortschritt sondern einfach nur Täuschung.
Und unschuldige Jungrinder müssen diesen Wahnsinn ausbaden! Mit 6 Monaten? Mir wird schlecht!

Zuchtfortschritt heißt doch einfach nur dass die jungen Kühe besser/fitter/schöner sind als die Alten. Wenn ich den alten Kühen jedes Jahr 500 Liter Milchleistung auf dem Papier abziehe, wird das einfach! Und genau das läuft bei den Bullen ab.

Wer sagt eigentlich, dass die Zazu- und Walint-Töchter besser werden als die Regio- und Humid-Töchter aus den 90ern waren? Die gut 40 Punkte Zuchtwertunterschied resultieren doch aus der jährlichen Abschreibung. Die würde ich gerne mal nebeneinander stehen haben. Da würde man wahrscheinlich keine 40 Punkte Unterschied im GZW sehen.
Wenn Zuchtfortschritt durch herabsetzen von Zahlen generiert wird dann ist das doch weder Zucht noch Fortschritt sondern einfach nur Täuschung.
Und unschuldige Jungrinder müssen diesen Wahnsinn ausbaden! Mit 6 Monaten? Mir wird schlecht!

So einfach, wie du es darstellst ist es nicht.
Sicher, viele spülen Jungrinder nur wegen der Zuchtwerte auf dem Papier, die sich später nicht bestätigen könnten und damit der mögliche Profit auch weg ist. Aber im Durchschnitt gibt es doch einen Zuchtfortschritt, Ausreisser nach unten sind auch normal, leider.
Gerade die Abschreibung zeigt doch, dass es einen Zuchtfortschritt gibt!
Aber man muss auch sehen: Ein Teil des "Zuchtfortschrittes" kommt dadurch zustande, dass die Kühe immer größer geworden sind und damit auch eine höhere Futteraufnahme haben könne und mehr Milch gegeben können. Deshalb wäre der Vergleich 1990 und 2015 Geburtsjahr interessant: Wie viel Zuchtfortschritt kommt daher? Denn erhöhtes Gewicht bedeutet auch erhöhter Erhaltungsbedarf und das ist nicht gut für die Wirtschaftlichkeit.
Jungzuechter30.11.17 @ maxp #
maxp schrieb:

Alles mit Maß und Ziel.
Blöde Frage: Klonen kopiert doch nur die Gene, das bringt doch keinen Zuchtfortschritt?!
Aber Genome Editing wäre in Sachen Erbfehler, Hornlos, A2A2 natürlich extrem interessant. So muss man halt seine Ansprüche herunterschrauben wenn diese Dinge mitbeachtet werden sollen

Das ist richtig Klonen ist nur Kopieren! Aber wenn du alles gleichzeitig nützt macht man von Embryo den Genomtest kann noch schnell den Hornstatus und das Geschlecht ändern. Danach noch klonen damit man 5 genetisch idente Topstiere gleichzeitig absamen kann und zu Geld machen kann!
Ich würde diese Vorgehensweise jedoch nicht wollen!
altilla30.11.17 @ maxp #
Blöde Frage: Klonen kopiert doch nur die Gene, das bringt doch keinen Zuchtfortschritt?!
Aber Genome Editing wäre in Sachen Erbfehler, Hornlos, A2A2 natürlich extrem interessant. So muss man halt seine Ansprüche herunterschrauben wenn diese Dinge mitbeachtet werden sollen

Klone von Spitzentieren als Produktionskühe einzusetzen kann schon interessant sein. Die könnten besser sein als der Durchschnitt der normal erzeugten Kühe.
Aber man muss eben auch noch ausserhalb des Klonens weiterzüchten.
Beim Klonen und beim Genome Editing bleibt aber die Frage: Akzeptiert der Konsument das? Wenn nein, wird es nicht kommen.
floriansilbereisen schrieb:

vollste Zustimmung! Jungrinder spülen? Da gehts doch wirklich nur noch um die Punkte und nicht um leistungsfähige Kühe. Den großen Reibach will man machen, bevor der genomische Vater und Großvater abstürzen.

Wer sagt eigentlich, dass die Zazu- und Walint-Töchter besser werden als die Regio- und Humid-Töchter aus den 90ern waren? Die gut 40 Punkte Zuchtwertunterschied resultieren doch aus der jährlichen Abschreibung. Die würde ich gerne mal nebeneinander stehen haben. Da würde man wahrscheinlich keine 40 Punkte Unterschied im GZW sehen.
Wenn Zuchtfortschritt durch herabsetzen von Zahlen generiert wird dann ist das doch weder Zucht noch Fortschritt sondern einfach nur Täuschung.
Und unschuldige Jungrinder müssen diesen Wahnsinn ausbaden! Mit 6 Monaten? Mir wird schlecht!

Zuchtfortschritt heißt doch einfach nur dass die jungen Kühe besser/fitter/schöner sind als die Alten. Wenn ich den alten Kühen jedes Jahr 500 Liter Milchleistung auf dem Papier abziehe, wird das einfach! Und genau das läuft bei den Bullen ab.

Zwei Gründe warum Schweine einen höheren Zuchtfortschritt haben wie Rinder sind der Generationsintervall und die Wurfgröße! Beides lässt sich mit ET auch beim Rind erzielen und es lässt sich schärfer selektieren.
Mir kommt es auch sehr oft so vor, als geht es nur darum wer sein Kartenhaus höher bauen kann, bevor es einstürzt.
Zuchtfortschritt ist schwer messen/bestimmen, jeder Stierjahrgang wird im Schnitt um 100l Milch besser, pro Laktationstag bleiben 0,3l über, die Hälfte der Erbanlagen sind vom Vater die Hälfte von der Mutter bleiben 0,15l eine verschwindend geringe Menge die am Einzeltier nicht feststellbar ist. In der Statistik scheint alles auf was besamt wurde und somit auch einige mit 100 oder weniger GZW an die keiner mehr denkt! Zweiter wichtiger Aspekt ist, dass der Milchwert den man regelmäßig überprüft nur 36% vom GZW sind. Hat man jetzt ein paar Fitnesspezialisten nachgestellt melken die eher verhalten und sorgen für Enttäuschen!
Betriebe die wieder Dionis, Ress und Manitoba besamen gibts genug, die 3 besten jedes Jahrgangs halten sich auch weit länger als der Durchschnitt. Nimm das Ausgabeprogramm von 2010 und sag, wen du noch besamen willst und auf wen du verzichten hättest können!
Parallelen zu Holsteins, Goldwyn dominiert noch immer die Schauen selbst die ganz Großen, obwohl auch über 40 Punkten zur Spitze fehlen!
Zu Humid und Regio: 89 bzw 79 FRW nein Danke! Von Wobbler-Töchtern hört man, dass diese kaum nachbesamt werden müssen!
Rohana01.12.17 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 01.12.17 um 08:06 Uhr.)
Über Besamungserfolg oder -misserfolg entscheidet allerdings weit mehr als der Vater der Kuh
Simon198601.12.17 @ Rohana #
Also an Humid und Regio denke ich sehr sehr gerne zurück.
Die letzte Regio ging vor 5 Monaten, die letzte Humid steht noch im Stall- mit 1 Besamung wieder Trächtig.
Wenn ich dagegen meine Silverstar´s anschaue - die sind in der Fruchtbarkeit wirklich zum davonlaufen.
Durch die Bank eine Katastrophe, sowas hatte ich noch nie. Auch wenn es optisch (bis auf Rahmen) und in der Leistung ordentliche Tiere sind, mit der Fruchtbarkeit werden die nicht weig alt.


Habe aktuell auch wieder Ruakana - Töchter im Jungviehstall stehen, war mit den Kühen Top zufrieden. Warum also nicht noch mal versuchen? Würde auch Humid oder Honer nochmal einsetzten, und auch Manigo steht bei mir wieder auf dem Besamungsplan.
Jeder, der die "alten Helden" glorifiziert, missachtet den Zuchtfortschritt, der sich jedes Jahr in absoluten Zahlen und als genetischer Trend verifizieren lässt! Natürlich funktionieren auch heute noch junge Töchter von Manitoba oder Ress, dabei wird aber gerne übersehen, dass diese auch eine Mutter haben und die vermutlich die Genetik von 2010 trägt und nicht von 1998.
Ganz plastisch kan ich beschreiben, dass sich der Zuchtfortschritt der letzten Jahren konkret abbilden lässt, sei es nun im Bereich der Leistungssicherheit, kaum noch ein Bullen mit ersten Töchtern in Milch startet unterhalb von 2.300kg 100Tg.-Leistung, oder beim KVpat-die Schwergeburtenrate in der Population hat in den letzten Jahren signifikant abgenommen.
Vielleicht gehört es zum ewigen Los der "Zuchtverantwortlichen", dass die Basis immer wieder neue Ansätze unternimmt, die Kompetenz und den Sachverstand von Zuchtwertschätzern, Zuchtleitern und Stationsmitarbeitern mit spektakulären, aber nicht relevanten Einzelfällen in Zweifel zu ziehen. Das erinnert an die Leute, die gern von dem 94jährigen erzählen, der Zeit seines Lebens täglich ein Päckchen Zigarretten durchgezogen hat und dennoch so alt wurde. Die 10.000 Lungenkrebsopfer unter 70 werden da gern ignoriert.

Wo gibt es Ansätze zur berechtigten Kritik? Wenn ich jetzt durch die Ställe meiner Klienten laufen und mir die von der Herbstweide zurück gekehrten Kalbinnen anschaue, dann bemerke ich tatsächlich eine größere Streuung, das muss ich zugeben. Die Ursachen sind vielfältig, die Typvererbung der Fleckviehzucht hat sich ein bißchen gespreizt, da gibt es aktuell die Pandora-Töchter mit 1,55m KH, aber ohne Keule, und daneben steht vielleicht die kompakte Royal und die knapp mittelrahmige Symposium. Wie wir mehr "Linie" in die Optik bringen können, ist eine wirklich schwierige Frage. Auf der anderen Seite wird man dann auf der Abendveranstaltung mit 3 verschiedenen, differierenden Idealvorstellungen konfrontiert, der Jungkuhvermarkter, der sich nach Bullen mit Rahmen >115 sehnt, damit sein Vieh auf dem Markt heraussticht, der Züchter mit 150 Kühen, die einfach problemlos funktionieren und bitte nicht größer wie 1,50m sein sollen, und dann noch der Bio-Bauer, dem die ganze Rasse zu schwer wird und PP-Kühe mit 550kg anstrebt. Für alle Bedürfnisse versuchen die Stationen Genetik zu entwicklen, heraus kommt dann ein Vielfalt, deren Anblick manchen Betrachter Schmerzen bereitet.

MfG, HFlv
KVpat ist der besste Beweis wie dafür wie gut die GS funktioniert. Jeder Züchter profitiert von der Selektion der Problemstiere in diesem Merkmal. Ich würde mir auch wünschen Stiere mit zu geringen Geburtsgewichten auszuselektieren, Hetwin z.B. mit 131 ist schon zuviel des Guten.

Einerseits streut die Genetik stärker im Typ, andererseits streut sie auch sehr stark je nach Fütterung und Haltung. Es kommt schon vor, dass in einem Stall nur große Kalbinnen stehen und beim anderen wächst keine so richtig!
Jungzuechter schrieb:


Einerseits streut die Genetik stärker im Typ, andererseits streut sie auch sehr stark je nach Fütterung und Haltung. Es kommt schon vor, dass in einem Stall nur große Kalbinnen stehen und beim anderen wächst keine so richtig!


Meine Kollegen aus der Viehvermarktung können da ein Lied von singen! Manchmal sind die Lösungen absolut nicht genetisch, sondern "parasitisch", also für 10€ die Kalbin übers Jahr 2x entwurmt und schwupps haben sie im Herbst 40kg mehr drauf!

MfG, HVlf