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landlive.de

Forum: Preise, Verbraucher, Handel und Politik

Bauernbild "topagrar", zerstört die Landwirtschaft
DWEWT28.12.17 @ jw #
jw schrieb:

zumindest leichter als anderen Menschen die "Sensorisch" etwas zurückhaltender sind.


Mit sensorischer Qualität meine ich das, was man mit den Sinnen wahrnehmen kann. Man muss es sehen, fühlen, riechen und schmecken können. All die Parameter, die bei der konventionellen Qualitätsbeurteilung fast keine Rolle mehr spielen. Du meintest wahrscheinlich die Esoteriker. Das eine, schließt das andere nicht aus!
tyr29.12.17 @ Ali #
Ali schrieb:

Stimmt, die Kleinen sind alle weg, egal ob Bio oder Konvi. Es gibt ja auch keine Spinnräder mehr, außer im Museum und ein paar Unentwegte.


Wenn man sich die geschichte der Landwirtschaft in den Hochkulturen der letzten, sagen wir dreitausend Jahren, anschaut, sieht man, das die "Kleinen" immer wieder kommen, und die Großlandwirtschaften immer wieder, auf Grund der von ihnen ausgelösten ökonomischen und ökologischen Probleme, immer wieder aufs neue zerschlagen werden müssen. Es ist nicht so, daß das Problem der Konzentration von Grund und Boden ein Phänomen unserer Neuzeit ist. Es ist ein prinzipell kapitalistisches Problem, schon immer..... mit diesen problemen haben sich prinzipell alle kapitalistischen Wirtschaftsysteme rumgeschlagen, wir wisen es von den Athener Griechen, wir wissen es noch besser aus der Zeit der römischen Republik und aus der römischen Kaiserzeit. Immer wieder musste periodisch gegengesteuert werden, da die Konzentrationsprozesse, gerade in der LW, früher oder später extrem destruktiv auf die Volkswirtschaften wirken.
Dörfer- und Höfesterben gab es, außerhalb von reinen Feudalgesellschaften, also vermutlich schon immer.
jw29.12.17 @ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Mit sensorischer Qualität meine ich das, was man mit den Sinnen wahrnehmen kann. Man muss es sehen, fühlen, riechen und schmecken können. All die Parameter, die bei der konventionellen Qualitätsbeurteilung fast keine Rolle mehr spielen. Du meintest wahrscheinlich die Esoteriker. Das eine, schließt das andere nicht aus!

Oh ich meinte schon das gleiche wie du , doch zum "sehen, fühlen, riechen und schmecken" kommt bei Bio eben noch das "Wissen , die Überzeugung , das Gewissen" oder auch nur die Einbildung hinzu. Diese Faktoren trüben die Sinne ebenso wie letztendlich der Preis.

"All die Parameter, die bei der konventionellen Qualitätsbeurteilung fast keine Rolle mehr spielen."



Erklär das mal anhand von einer Tüte Milch, oder geht zum Metzger, liegt da das Zeug unschön in der Theke rum, nur weil es kein Bio ist?

Den Genuss vom Teller entscheidet dann ohnehin derjenige , der die Speise zubereitet und serviert.

Nimm einfach mal ein Landgasthaus /ein Wirtshaus , da braucht ein Haus das ausschließlich Bio-Lebensmittel auf der Karte hat , schon sehr viel Überzeugungskraft um sich über Wasser zu halten , nicht weil Bio schlecht ist , sondern Weil andere Gasthäuser ebenso gute schmackhafte Gerichte anbieten und die Sinne massieren , besonders wenn zum Schluss die Rechnung kommt. Wer auf Gäste angewiesen ist, die öfter als 3mal pro Jahr kommen , kommt schnell auf den Boden der Realität an..

Mach eine Blindstudie , stell gutes Essen in Rechnung ohne den Hinweis , dass es ja so und so ist. Man muss eben die Produktionsbedingungen mitverkaufen , da braucht es eben ein paar "sensorische Qualitätsparameter" mehr.

Ja , bestimmte Parameter spielen bei der Konventionellen Qualitätsbeurteilung keine Rolle , eben die , die mit dem eigentlichem Essen nix zu tun haben.
Was Vorteile für die Landwirtschaft für die Tiere und für die Qualität der Lebensmittel hat , wird auch bei der Konventionellen Landwirtschaft aufgegriffen , ja es wird gegebenenfalls auch auf besonderen Kundenwunsch produziert , allerdings wenn möglich gegen Bezahlung.

Esoterik ist beim Bio-Angebot, ob nun Direktvermarktung oder Bio-Hotel nicht mehr weg zu denken , da gibt es keine Abgrenzungen , irgendwas hat jeder im Angebot.
Ali29.12.17 @ tyr #
tyr schrieb:
....
Dörfer- und Höfesterben gab es, außerhalb von reinen Feudalgesellschaften, also vermutlich schon immer.


Du hast dabei den Sozialismus vergessen, da gab es auch das Höfesterben. Das System der Selbstausbeutung auf den Höfen hat in meinen Augen auch keine Zukunft. Man wird vom Rest der Welt drangsaliert und ist dabei sein eigener Knecht. Für diese Aussicht findest Du bei der nächsten Generation kaum Zuspruch. Die wollen die 25 Stundenwoche oder Harz vier. Es wird höchstens ein paar Aussteiger mit Selbstversorgung geben . Die werden aber auch immer am "Steuereintreiber" scheitern.
DWEWT29.12.17 @ jw #
Dann lass uns mal alternativ zu der von dir angeführten Milch, die konv. Qualitätsbeurteilung beim Rindfleisch nehmen. Das EUROP-System, kombiniert mit den Fettstufen 1 bis 5, hat rein gar nichts mit der sensorischen Qualität zu tun. Oder schmeckst du das Fleisch einer U-Färse heraus? Dazu kommt noch, völlig absurderweise, dass die Fettsufen den "Grad der Verfettung" angeben. Negativer und komplett diametral zum Geschmackspotenzial, kann man eine Bewertung gar nicht vornehmen! Da das Empfinden für die natürlichen Geschmacksträger, in unverarbeiteten Lebensmitteln, fast komplett abhanden gekommen ist, hat die Lebensmittelindustrie die Chance ergriffen und eine rein technologisch orientierte "Qualitätsbeurteilung" eingeführt. Heute ist, zumindest das Fleisch, nur noch Träger z.T. dubioser Gewürze und Geschmacksverstärker. Wer will sich da noch hinstellen und beim fertig verarbeiteten Gericht die Öko- oder Konvi-Herkunft des Rohstoffes herausschmecken? In D., hat die ernährungsphysiologisch und sensorisch geprägte Qualitätsbewertung von Lebensmitteln, im Gegensatz zu z.B. Italien und Frankreich, keine Historie. Wir, in der Masse, wissen ganz einfach nicht was "gut" bei Lebensmitteln ist. Gut steht für die meisten Zeitgenossen einzig für billig!
jw29.12.17 @ DWEWT #
DWEWT schrieb:

In D., hat die ernährungsphysiologisch und sensorisch geprägte Qualitätsbewertung von Lebensmitteln, im Gegensatz zu z.B. Italien und Frankreich, keine Historie. Wir, in der Masse, wissen ganz einfach nicht was "gut" bei Lebensmitteln ist. Gut steht für die meisten Zeitgenossen einzig für billig!


Und deshalb ist der BIO Anteil in Frankreich und Italien im Verhältniss zu Deutschland so hoch.

Wie gesagt was Nachgefragt und bezahlt wird , das wird auch geliefert , was nützt es dir , wenn du aufwendig Lebensmittel erzeugst , die in deinen Augen Hochwertig sind du Aber keinen Abnehmer findest der das ebenso sieht und dich entsprechend entlohnt.

Jetzt denk mal daran, Bio würde tatsächlich nur nach Geschmack bewertet , ohne dem ganzen Klimbim ,was dann?
schaudichum29.12.17 @ jw #
jw schrieb:

Und deshalb ist der BIO Anteil in Frankreich und Italien im Verhältniss zu Deutschland so hoch.

Wie gesagt was Nachgefragt und bezahlt wird , das wird auch geliefert , was nützt es dir , wenn du aufwendig Lebensmittel erzeugst , die in deinen Augen Hochwertig sind du Aber keinen Abnehmer findest der das ebenso sieht und dich entsprechend entlohnt.

Jetzt denk mal daran, Bio würde tatsächlich nur nach Geschmack bewertet , ohne dem ganzen Klimbim ,was dann?

In Frankreich und Italien sind konventionelle Lebensmittel teurer, als bei uns Biolebensmittel.....
Wie hat ein Kraftfutterfahrer, ein Österreicher, der sich bei Aldi eine Brotzeit kaufte gesagt.....den Sch......dreck ka da Hofa bei ins nit vakaffa... Den XXXXXX könnte der Hofer bei uns nicht verkaufen.
Ich war vor Jahren in Holland, einen riesigen Gemüsevermarkter besichtigen. In der Sortiererei wurde in mehrere Klassen sortiert........1. Klasse bleibt in Holland, 2.Klasse geht ins europäsche Ausland ohne DE.....die fressen auch die drittklassige Ware, Hauptsache billig....O-Ton des Betriebsleiters.
jw29.12.17 @ schaudichum #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 29.12.17 um 12:44 Uhr.)
Ein Kraftfutterfahrer der beim ALdi Brotzeit kauft.. was kauft er den da ? eine Bratensemmel oder einen Presssack , ne sei mir nicht böse , bei uns gibt es andere Möglichkeiten zum Brotzeit Erwerb

Sind schon interesante Geschichten die da so erzählt werden nur um Festzustellen , der Deutsche Verbraucher ist dumm
Zum Glück nicht so dumm , dass er sein Geld zum Fenster raus wirft
DWEWT29.12.17 @ jw #
jw schrieb:

was nützt es dir , wenn du aufwendig Lebensmittel erzeugst , die in deinen Augen Hochwertig sind du Aber keinen Abnehmer findest der das ebenso sieht und dich entsprechend entlohnt.


Da du mich schon persönlich ansprichst, kann ich dir auch bezogen auf meinen Betrieb mitteilen, dass ich, schon seit 3 Jahren, die Lieferwünsche meiner Abnehmer nicht abdecken kann. Das ist eine erfreuliche Situation, zumal aus dieser Nachfragesituation eine für mich sehr angenehme Position bei Preisverhandlungen erwächst. Allerdings ist diese Situation auch nicht über nacht zustande gekommen. Es war eine intensive Vorarbeit und Vorleistung notwendig. Genau da liegt allerdings bei den meisten ldw. Betrieben der Hase im Pfeffer. Die tatsächlichen Vorzüge der eigenen Erzeugnisse zu kommunizieren, ist nicht jedes Landwirts Sache. Wer das nicht kann, muss mit dem großen Strom schwimmen und nehmen, was ihm beschieden wird.
jw29.12.17 @ DWEWT #
DWEWT schrieb:

... Die tatsächlichen Vorzüge der eigenen Erzeugnisse zu kommunizieren, ist nicht jedes Landwirts Sache. .

Na das hab ich doch auch geschrieben

"Ich denke mal , diese Qualität ist künstlich erzeugt , das ganze drum herum , die Werbung => Gesund /ungesund , Gut /Böse ; Gewissen , Vermarktung , Verarbeitung u.s.w. Aber tausche einfach das Korn aus , Niemand erkennt den Unterschied."

die sensorische und ernährungsphysiologische Qualität ist eben nicht nur "sehen, fühlen, riechen und schmecken"