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Schaufelfräse
Echi16.12.17 #
Hallo Forum,
vor gut einem Jahr ist im Bayrischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt ein Bericht über die Schaufelfräse gestanden. Eine Schaufelfräse arbeitet wie eine Kreiselegge, allerdings mit Kreiselzinken, die den Boden komplett horizontal durchschneiden. Dadurch wird alles was auf dem Acker wächst im Wurzelbereich abgeschnitten. Weil eine Schaufelfräse wie eine Kreiselegge arbeitet, lassen sich Kreiseleggen zu Schaufelfräsen umrüsten, der Hersteller Egger bietet dafür Umrüstsätze an. Nun wäre ein Gerät, das beim Eggen alles abschneidet, für mich die Lösung eines Problems, das ich als Bio bei der Bestellung von Mais u. Sojabohnen im Frühjahr habe. Denn durch den späten Saattermin sind die Disteln schon da u. lassen sich mit der Saatbettkombi od. Kreiselegge nichtmehr alle kaput kriegen. Vielleicht 20 % der Disteln od. auch Ackerwinden überstehen das Eggen. Das ist höchst unbefriedigend, wenn das Unkraut auf dem Acker wächst, bevor die Hauptfrucht überhaupt aufgegangen ist. Will ich alle Disteln vor dem Säen kaput haben, muß ich mit dem Grubber arbeiten, auf aufgefrorenem, feinkrümligen Boden, was die feinkrümelige Erde nach unten u. klutige Erde nach oben fördert, die nichtmehr richtig fein zu kriegen ist. Da wäre nun die Schaufelfräse das Ei des Kolumbus. Alles was schon aufgegangen ist, wird abgeschnitten u. die feinkrümlige Erde bleibt oben. Nun kostet so ein Umrüstsatz für eine 3m Kreiselegge ca. 3000€. Es wäre mir das Geld wert, wenn es so funktioniert, wie im Bericht steht. Drum frage ich mal: Hat jemand Erfahrungen mit dieser Schaufelfräse?

Gruß
Echi
24023616.12.17 @ Echi #
Meine Meinung: du beseitigst damit nur die Auswirkung und nicht dien Ursache
Warum bekommst du so große Wurzelstöcke, die so tief sitzen? Bist du nicht mit der Bekämpfung zu spät dran? Wenn man Wurzelunkräuter abschneitet, kommen sie meist vermehrt wieder.
Notill16.12.17 #
Vergiss die Idee...
du verschmierst den Boden bei einem Frühjahreseinsatz zu stark, da kannst gleich abfräsen.
Erosion wird gefördert und die Durchwurzelung behindert.
Alternativ würde ich da eher über die Moreni Samurai nachdenken, die hat den Nachteil nicht.
Oder über eine Ringschneide, die macht wenigstens ein Wellenprofil in den Schnitt und schmiert auch nicht so, allerdings läuft die nur bei trockenen Bedingungen wirklich gut, aber das gilt im Frühjahr ja eigentlich für alles.
Kartoffelbluete16.12.17 #
Ein Freund von mir macht schon lange, sehr erfolgreich Bio. Hat Bestände,
die brauchen sich vor den Konvis nicht zu verstecken. Sein Erfogsgeheimnis
ist: Wurzelunkräuter wie Ampfer, Distel, Winde, Quecke können nur nach der
Ernte im Herbst durch eine intensive Bodenbearbeitungsstrategie in Schach
gehalten werden! Nach der Saat im Herbst oder gar erst im Frühjahr, egal ob
vor der Saat oder nachher hast du keine Chance mehr.
Echi17.12.17 @ Notill #
Hallo Notill,
die Schaufelfräse soll ja gerade nicht verschmieren, sie arbeitet ja wie eine Kreiselegge u. die verschmiert ja auch nicht. Die Moreni Samurei arbeitet ja ähnlich. Ob die aber alles mit den kleinen, zusätzlich angeschweißten, Teilen abschneidet, weiß ich nicht. Und eine neue Egge kauf ich mir nicht, da baue ich leichter meine Lely um.
Dann eine Ringschneide, ist die nicht für die Stoppelbearbeitung gemacht? Ob die im Frühjahr zur Saatbeetbereitung taugt, glaub ich eher nicht.

Gruß
Echi
Echi17.12.17 @ Kartoffelbluete #
Hallo Kartoffelblühte,
so kann man das nicht sagen, dass Wurzelunkräuter nur im Herbst od. nach der Getreideernte, durch intensive Bodenbearbeitung, zu bekämpfen sind. Wenn ich die Zeit nach der Getreideernte nur zur intensiven Bodenbearbeitung nutze, kann ich keine Zwischenfrucht bauen, mit der ich N in den Boden bringe. Dann muß ich öfter mit Kleegras kommen u. bei Kleegras hast du wenig Erlös. Um den Kleegrasanbau möglichst hinauszuschieben, versucht man eben die Wurzelunkräuter so gut es geht bei den Verkaufsfrüchten zu bekämpfen. Und je mehr ich den Wurzelunkräutern bei meinen Verkaufsfrüchten zusetze, umso länger wird die Zeit, bis ich, weil Wurzelunkräuter überhand nehmen, wieder mit Kleegras kommen muß.

Gruß
Echi
Seebauer17.12.17 @ Echi #
Nun würde mal sagen zwischen den Ernten intensive Stoppelpflege.
Die hier Bio+Vieh haben und Acker, sind recht zufrieden mit ihrem Kleegras, haben auch super Erträge.
Bezweifle, dass sich Wurzelunkräuter in der Kultur ausreichend in Schach halten lassen.
Das Ziel wird sein schon mal gar keine zu haben.
schaudichum17.12.17 @ Echi #
Echi schrieb:

Hallo Notill,
die Schaufelfräse soll ja gerade nicht verschmieren, sie arbeitet ja wie eine Kreiselegge u. die verschmiert ja auch nicht. Die Moreni Samurei arbeitet ja ähnlich. Ob die aber alles mit den kleinen, zusätzlich angeschweißten, Teilen abschneidet, weiß ich nicht. Und eine neue Egge kauf ich mir nicht, da baue ich leichter meine Lely um.
Dann eine Ringschneide, ist die nicht für die Stoppelbearbeitung gemacht? Ob die im Frühjahr zur Saatbeetbereitung taugt, glaub ich eher nicht.

Gruß
Echi

Der Hersteller der Ringschneide ist sein Freund......Werbung ist alles.
Blasius17.12.17 @ Echi #
Bau dir halt die entsprechenden Zinken aus alten Kreiseleggenzinken und einem passenden Stück Hardox. Ich würde jedoch darauf acht geben, daß der horizontale Teil des Zinkens nicht vollflächig auf dem Boden aufliegt, damit du keinen Schmierhorizont fabrizierst. Also die Schneiden auf Griff befestigen.

Auf steinarmen Böden könnte es gehen. Probier es halt aus.
Kasparow17.12.17 @ Blasius #
Blasius schrieb:

Also die Schneiden auf Griff befestigen.
Dann darf man gespannt sein wie lange die Lager der umgebauten Lely das mitmachen. Dann auch die Trag bzw Stützeisen der Walze , die müssen ja dann viel mehr tragen , da die Egge in den Boden möchte .