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landlive.de

Forum: Preise, Verbraucher, Handel und Politik

Die größten Pleitegeier pachten am teuersten!!
tyr02.01.18 @ DSN #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 02.01.18 um 14:53 Uhr.)
DSN schrieb:

Das geht bis ins Mittelalter zurück. Nicht verheiratete Töchter und Söhne von Gutsbesitzern gingen ins Kloster. Als Mitgift für Ihr Seelenheil bekamen Sie Ländereien mitgegeben, die später an das Kloster gingen. Auch die Pfarrer mußten in dieser Zeit oftmals mit dem Auskommen was sie vom Kirchenland ernteten


Nein, das war nur in Ausnahmefällen so, weil das Erbrecht allein beim Erstgeborenen lag.
Deswegen lagerte man ja gern die zweit- dritt- viertgeborenen bei Staat, Kirche und Militär aus, um ihnen die Erlangung eines eigenen Einkommen zu ermöglichen.....und eine eigene Karriere, und somit ein Heiratsrecht zu geben. Heirat setzte eigenes Einkommen vorraus, zu mindest bis zu einem bestimmten Adelsgrad...bei den normalen Menschen sowieso.
Bei den Mädchen udn Frauen spielte dies eine untergeordnete Rolle... da der Mann für das Einkommen zuständig war, zumindest vor dem Gesetz.
Viele Adelshäuser, wie z.B. die Hohenzollern, hatten sich zusätzlich Hausgesetze gegeben, die eine Teilung des Grundeigentums durch die Erbfolge noch mal zusätzlich explizit untersagte.
Doptrebo9002.01.18 @ 2011 #
2011 schrieb:

Das kann keiner sagen wie das weitergeht, das regelt größtenteils die Politik! Wenn es durchgesetzt worden wäre oder wird, wo EU Kommissar Hoagen wollte, das Nebenwerwerbler keine Förderungen mehr bekommen, wäre bei uns in Bayern sehr viel Fläche frei geworden, denn die Nebenerwerbler ( bei uns mehr als doppelt soviel als Haupterwerbbetriebe) werden zum größtenTteil an ihren Arbeitseinkommen festhalten, und ihr Hobby abstosen . Selbst die Sozialversicherungsbeiträge wenn mit Haupterwerbsbetrieben gleich wären würden schon viele aufhören.
Der nächste Punkt ist die Biogasförderung bzw. die Einspeisevergütung, fällt die weg, fällt bei uns der Pachtpreis auf die hälfte.

Zur Inflation muß ich Dich mal fragen wo Du lebst?
Landwirtschaftliche Erzeugnisse sind heute teils billiger als nach dem 2ten Weltkrieg, der Getreidepreis billiger als in den 70er und 80 er Jahren , beim Fleisch ist es ähnlich!
Die Inflation betrifft die Landwirte im Einkauf bei Betriebsmittel ( Diesel, Dünger, Pflanzenschutrz, Maschinen bzw. Technik) also bei den Ausgaben, denke doch bitte da mal drüber nach. Das mussten die Landwirte schon immer durch Mehrarbeit ( bzw. Vergrößerung) und Rationalisierung und Ertragssteigerung ( was nicht endlos möglich ist) auffangen.

Noch dazu kommen die Auflagen wie Düngebilanz, Greening, Pflanzenschutzauflagen bzw. Verbote z.B. Neonicozide, evtl. bald Glyphosphat .... was die Produktion wieder Verteuert und den Ertrag schmälert.

Ich denke das Du selbst keinen Vollerwerbsbetrieb führst, sondern ein Verpächter bist, der noch nie selbst Landwirtschft betrieben hat. Du kannst dir gerne Jederzeit Fläche Pachten und einen Betrieb aufbauen wenn das alles so toll ist.

Da stimme ich dir zu. Allerdings ist das kein alleiniges Phänomen der landwirtschaftlichen Betriebe, sondern zieht sich durch Handwerk, Gewerbe und Industrie. Ein Problem der Landwirtschaft ist allerdings, dass es ein gewisses natürliches Kontingent, der Fläche, gibt. Irgendwann ist eben ein Limit erreicht, entweder stirbt ein Betrieb oder es wird eben keine Fläche frei. Die Landwirtschaft hat sich in den letzten 100 bis 150 Jahren zu sehr von der Fläche abhängig machen lassen.
nurich02.01.18 @ Doptrebo90 #
Was meinst du, mit 'von der Fläche abhängig machen lassen'?
Fläche ist nunmal die Grundlage jeglicher ldw Produktion.
Ich bin zwar kein Freund der direkten Flächenbindung. Aber auch für Gewerbliche Betriebe ist die 'nahe' zur Fläche unabdingbar. Man liest ja oft genug von der aktuellen Problematik im Norden, durch die nasse.
matttin02.01.18 @ tyr #
Du vergisst dabei aber die Regionen in denen die Realteilung ses Erbes über Generationen Praxis war. Mir fällt da zuerst das südwestliche Deutschland ein.
Ein guter Freund baut dort einen Betrieb auf. Die Flächenstrukturen sind der Wahnsinn. Fast ins perverse zerstückelte Flächen.
schaudichum02.01.18 @ matttin #
matttin schrieb:

Du vergisst dabei aber die Regionen in denen die Realteilung ses Erbes über Generationen Praxis war. Mir fällt da zuerst das südwestliche Deutschland ein.
Ein guter Freund baut dort einen Betrieb auf. Die Flächenstrukturen sind der Wahnsinn. Fast ins perverse zerstückelte Flächen.

In Teilen Frankens auch.
24023602.01.18 @ Doptrebo90 #
Landwirtschaft ohne Fläche funktionierte in früheren Zeiten weniger als heute. Transporte waren viel schwieriger zu bewältigen. Wenn wir uns erst in den letzten 100 Jahren von der Fläche abhängig gemacht haben, wie lösten dann die damals das Problem? Diesel Problem der Standortgebundenheit hat nicht nur die Landwirtschat, das haben auch andere Branchen in der Urproduktion (z. B. die Kohlegrube ist auch dort, wo ein Kohlevorkommen ist)
Doptrebo9002.01.18 @ 240236 #
240236 schrieb:

Landwirtschaft ohne Fläche funktionierte in früheren Zeiten weniger als heute. Transporte waren viel schwieriger zu bewältigen. Wenn wir uns erst in den letzten 100 Jahren von der Fläche abhängig gemacht haben, wie lösten dann die damals das Problem? Diesel Problem der Standortgebundenheit hat nicht nur die Landwirtschat, das haben auch andere Branchen in der Urproduktion (z. B. die Kohlegrube ist auch dort, wo ein Kohlevorkommen ist)

Ich glaube ich habe mich falsch ausgedrückt oder ihr mich falsch verstanden. Meiner Meinung nach ist die Wertschöpfung/ha zu gering und eine längere Wertschöpfungskette notwendig. Wer glaubt den ernsthaft dass Erzeugerpreise bei Wegfall der Prämie steigen und die Pachtpreise signifikant sinken? Leute wir leben in einer globalen Welt mit sehr günstigen Transportkosten und entsprechenden Weltmarktpreisen. Das gilt natürlich nicht für sehr kurz haltbare Produkte, weil diese eben nicht so einfach transportiert werden können.

Früher war eben der Eigentumsanteil deutlich höher, pachten war relativ günstig. Wenn ein Betrieb damals wuchs dann nicht mit diesen Sprüngen wie heute bzw nicht mit diesen hohen Pachtanteilen. Heute hat sich das Blatt eben gewendet, Wachstum Erfolgt in der Regel immer mit Zupacht und das meist im deutlichen Umfang. Früher wurde evtl ein Betriebszweig aufgegeben und dadurch noch Flächenreserven geschaffen, diesen Schritt haben jedoch die meisten Landwirte beim letzten Wachstumsschritt bereits vollzogen.

Ich bleibe dabei, im Zukunft wird es eine tiefere Verarbeitungskette brauchen um Wachstum, ohne des Todes eines anderen Betriebs, generieren zu können.
Notill02.01.18 @ Doptrebo90 #
Eben... alle sehen Wachstum nur immer in der Breite, manchmal muß man aber in eine andere Richtung wachsen.

Leider wächst mein Körper auch nur noch in die breite, obwohl nach oben noch Luft ist.

Bei uns war einer der Schritte eine Maistrocknung... bei anderen ist es der Hofladen oder die eigene Käserei....
Abliefern können wir uns auf Dauer schlicht nicht mehr leisten.
Doptrebo9002.01.18 @ Notill #
Notill schrieb:

Eben... alle sehen Wachstum nur immer in der Breite, manchmal muß man aber in eine andere Richtung wachsen.

Leider wächst mein Körper auch nur noch in die breite, obwohl nach oben noch Luft ist.

Bei uns war einer der Schritte eine Maistrocknung... bei anderen ist es der Hofladen oder die eigene Käserei....
Abliefern können wir uns auf Dauer schlicht nicht mehr leisten.

Genau das meinte ich.
Ali02.01.18 @ Notill #
Notill schrieb:

...

Bei uns war einer der Schritte eine Maistrocknung... bei anderen ist es der Hofladen oder die eigene Käserei....
Abliefern können wir uns auf Dauer schlicht nicht mehr leisten.


Das bedeutet mit einem oder mehreren Gewerben die Landwirtschaft finanzieren.Genau betrachtet mehrere Berufe um einmal satt zu werden.