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Forum: Traktoren

Elektroschlepper
cosinus01.02.19 #
Hallo Mitleser,

was haltet Ihr denn von dieser neuen Entwicklung eines Traktors mit elektrischem Radnabenantrieb? Für mein Hobby als Weidepfleger auf leichten Bergweiden wäre der mir sehr willkommen und wohl auch deutlich besser mit seinem tiefen Schwerpunkt. Durch die komfortable Allradlenkung und die elektrisch geführte Traktion auch auf der nassen Weide wesentlich sicherer unterwegs. Leider wird es wohl noch einige Zeit dauern bis man solch einen Schlepper zu einem erschwinglichen Preis wird kaufen können...aber seine technischen Fähigkeiten sind extrem fortschrittlich und die Werkstatt sollte er auch nur wenig zu sehen bekommen.

MfG


Antrieb :
Mit elektrischem Radantrieb sicher auf die Bergweide

In Zusammenarbeit mit der technischen Universität (TU) Dresden wurde ein Rigitrac des Schweizer Traktorenherstellers Sepp Knüsel mit vollelektrifizierten Einzelradantrieben ausgerüstet. Der Traktor wurde auf der letzten Agritechnica mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.


[www.eilbote-online.com]
cosinus05.02.19 @ cosinus #
Hier noch ein Link dazu für technisch interessierte.

[tu-dresden.de]
Belarus55005.02.19 @ cosinus #
Genau genommen ist das ein dieselelektrischer Antrieb.
Da sollte man bitte nichts verwechseln.
Ob diese Antriebsart Sinn hat bzw. Vorteile bringt, das kann ich nicht beurteilen.
Günstiger macht sie den Rigitrac sicher nicht.
cosinus05.02.19 @ Belarus550 #
Belarus550 schrieb:

Genau genommen ist das ein dieselelektrischer Antrieb.
Da sollte man bitte nichts verwechseln.
Ob diese Antriebsart Sinn hat bzw. Vorteile bringt, das kann ich nicht beurteilen.
Günstiger macht sie den Rigitrac sicher nicht.


Der Dieselgenerator ermöglicht halt eine deutlich längere Arbeitszeit als der klein Akku zuließe. Akkus für Traktoren oder LKW die allein deren Leistungsanforderungen erfüllen wird es in absehbarer Zeit nicht geben!

Mir ging es aber um den Radnabenmotor und der wird sich ganz sicher bald durchsetzen. Er hat einfach zu viele Vorteile als daß man ihn in einem Traktor oder einer selbstfahrenden Arbeitsmaschine nicht einsetzen würde. Der Dieselmotor arbeitet dann nur wenn er gebraucht wird und dann eben auch in seinem optimalen Leistungsfeld. Diese Kombination ist unschlagbar...dagegen sind die anfälligen Varios von Fendt Technik von vorgestern. Wie bei allen Neuheiten sind sie erst teuer...dann aber deutlich billiger herzustellen. Schau dir nur mal ein Veriogetriebe an und vergleiche das mit einem E-Motor...

MfG
Hirschtreiber05.02.19 #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 05.02.19 um 20:51 Uhr.)
Was mir an dem Konzept nicht gefällt ist das einfach "nur" ein Dieselelektrischer Antrieb ist.
Innovativ wäre die Sache wenn man das Ding als Hybridschlepper gebracht hätte.
Für mich persönlich ist gerade am Berg ein mechanischer Antriebsstrang mit Sperren deutlich vertrauenserweckender wie 4 Radmotoren, Kabel und eine Hand voll Sensoren.
Ist bestimmt eine feine Sache wenn jedes Rad genau das Drehmoment bekommt das es übertragen kann aber wenn da am Hang ein Sensor spinnt dann geht es abwärts und ich möchte nicht drinsitzen.
tyr05.02.19 @ cosinus #
cosinus schrieb:

Der Dieselgenerator ermöglicht halt eine deutlich längere Arbeitszeit als der klein Akku zuließe. Akkus für Traktoren oder LKW die allein deren Leistungsanforderungen erfüllen wird es in absehbarer Zeit nicht geben!

Mir ging es aber um den Radnabenmotor und der wird sich ganz sicher bald durchsetzen. Er hat einfach zu viele Vorteile als daß man ihn in einem Traktor oder einer selbstfahrenden Arbeitsmaschine nicht einsetzen würde. Der Dieselmotor arbeitet dann nur wenn er gebraucht wird und dann eben auch in seinem optimalen Leistungsfeld. Diese Kombination ist unschlagbar...dagegen sind die anfälligen Varios von Fendt Technik von vorgestern. Wie bei allen Neuheiten sind sie erst teuer...dann aber deutlich billiger herzustellen. Schau dir nur mal ein Veriogetriebe an und vergleiche das mit einem E-Motor...

MfG


Radnabenmotoren gibt es schon ewig lange, das ist Zeitgeist und keine Innovation. Porsche hat ihn 1900 bei der Weltaustellung das erste mal öffentlich vorgeführt., Diesel-, bzw benzinelektrische Antriebe stammen aus der selben Zeit. Noch bevor man auf direkten verbrennerantrieb setztem, setzte man auf dieses Konzept, man kam aber aus gutem Grund wieder davon ab.
Früher hat man lieber auf großvolumige langhubige Diesel gesetzt, die auch noch ewig gehalten haben, das war, mMn, das billigere und bessre Konzept, viele dieser Dinger fahren, trotz nicht gerade zärtlichem Umgang, bis heute ohne größer Probleme. Oft seit drei/vier Jahrzehnten, ökologischer und ökonomischer geht es kaum.

Was den ganze Elektromobilitätshype anbetrifft, das ist alles nichts neues, die ganzen Konzepte gab es in der Praxis schon in den 1920iger Jahren. Man ist davon abgekommen, weil der direkte Antrieb durch einen verbrenner, bei Arbeitsmaschienen vorzugsweise Diesel, sehr viel effektiver ist. Auch daran hat sich bis heute, trotz Propaganda, nichts verändert. Dieselelektrik macht bei schweren Güterloks Sinn, aber nicht bei Kleintraktoren.
cosinus06.02.19 @ Hirschtreiber #
Hirschtreiber schrieb:

Was mir an dem Konzept nicht gefällt ist das einfach "nur" ein Dieselelektrischer Antrieb ist.

Es wird auf absehbare Zeit keinen Akku geben der einen solchen Traktor mit hoher Leistung lange arbeiten läßt. Außer bei Pflegearbeiten und im kommunalen Einsatz wird es den E-Antrieb nicht ohne ein Aggregat geben.

Innovativ wäre die Sache wenn man das Ding als Hybridschlepper gebracht hätte.

WAS bitte verstehen Sie dann unter einem Hybridschlepper? Die Holländer bauen das längst!

Für mich persönlich ist gerade am Berg ein mechanischer Antriebsstrang mit Sperren deutlich vertrauenserweckender wie 4 Radmotoren, Kabel und eine Hand voll Sensoren.

Als Elektroniker verstehe ich etwas davon und darf Ihnen erklären, daß Flieger und viele PKW aktuell nur noch so unterwegs sind. Es wird nicht mehr über Mechanik gelenkt, sondern explizit über Sensorik und Motorik. Genau deswegen läßt sich der Radnabenantrieb auch exzellent per µP Steuerung auf Traktion trimmen die eine mechanische Differenzialsperre niemals erreichen kann. Hangneigung und Schlupf können schon per Sensorik erffaßt werden bevor eine mechanische Registrierung überhaupt anschlagen kann.
Glauben Sie mir, daß ist deutlich besser als alles was Mechanik pur leisten kann! Der Bericht der Uni Drfersten zeigt doch sehr gut wie das alles funktionier...vorausgesetzt es wird auch die Elektronik gut über -DIMENSIONIERT!

Ist bestimmt eine feine Sache wenn jedes Rad genau das Drehmoment bekommt das es übertragen kann aber wenn da am Hang ein Sensor spinnt dann geht es abwärts und ich möchte nicht drinsitzen.


Nunja..bei einem Auto oder gar Flieger darf die Sensorik auch nicht spinnen. DAS kann man in den Griff bekommen. Es kostet halt trotzdem weniger als die extrem aufwendigen Zahnradgetriebe oder die sehr anfälligen Varios.

MfG
cosinus06.02.19 @ Hirschtreiber #
Hirschtreiber schrieb:

Was mir an dem Konzept nicht gefällt ist das einfach "nur" ein Dieselelektrischer Antrieb ist.
Innovativ wäre die Sache wenn man das Ding als Hybridschlepper gebracht hätte.
Für mich persönlich ist gerade am Berg ein mechanischer Antriebsstrang mit Sperren deutlich vertrauenserweckender wie 4 Radmotoren, Kabel und eine Hand voll Sensoren.
Ist bestimmt eine feine Sache wenn jedes Rad genau das Drehmoment bekommt das es übertragen kann aber wenn da am Hang ein Sensor spinnt dann geht es abwärts und ich möchte nicht drinsitzen.


Mir ist gerade noch eine Situation wieder eingefallen die ich mit meinem Allradtraktor beim Einebnen von
Bauschutt hatte. Der Traktor stand mit seinen Rädern derart unglücklich in den Mulden, sodaß ich außer Allrad auch noch die Differenzialsperre betätigen mußte weil jeweils ein Vorderrad und ein Hinterrad durchdrehten.
Unter diesen Umständen ließ sich der Traktor nur noch geradeaus fahren. Vor oder zurück, lenken ist da nicht mehr drin!!!
Mit Radnabenantrieb ist das kein Problem mehr, denn die Räder sind untereinander ja nicht mehr mechanisch gekoppelt. Mag sein daß das eine besondere Situation war...aber es gibt sie nun mal auch und der E-traktor kann sie lösen.

MfG
cosinus06.02.19 @ tyr #
tyr schrieb:

Radnabenmotoren gibt es schon ewig lange, das ist Zeitgeist und keine Innovation.

Holla...Sie vergleichen einen simplen Gleichstrommotor mit einem komplexen elektronisch gesteuerten...
das halte ich für den "Zeitgeist" von Mechanikern die der Elektronik generell ablehnend gegenüberstehen.

Porsche hat ihn 1900 bei der Weltaustellung das erste mal öffentlich vorgeführt.

Ist mir bekannt.

, Diesel-, bzw benzinelektrische Antriebe stammen aus der selben Zeit. Noch bevor man auf direkten verbrennerantrieb setztem, setzte man auf dieses Konzept, man kam aber aus gutem Grund wieder davon ab.

Damals gab es noch keine brauchbaren UND leichten Akkus. Hätte es die damals schon gegeben wäre der Verbrennungsmotor niemals in den Städten so erfolgreich gewesen.

Früher hat man lieber auf großvolumige langhubige Diesel gesetzt, die auch noch ewig gehalten haben, das war, mMn, das billigere und bessre Konzept, viele dieser Dinger fahren, trotz nicht gerade zärtlichem Umgang, bis heute ohne größer Probleme. Oft seit drei/vier Jahrzehnten, ökologischer und ökonomischer geht es kaum.

Da ist was dran...Langlebigkeit allein ist aber auch noch kein schlagendes Argument. Beides muß zutreffen, nämlich Leistungseffizienz und Langlebigkeit. Das könnten auch Verbrennungsmotore wenn sie nicht vom Profit orientiert Management der Hersteller explizit zum kurzfristigen Kassenschlager mißbraucht würden, anstatt zum langlebigen Vertrauensprodukt mit zufriedenen Dauerkunden.

Was den ganze Elektromobilitätshype anbetrifft, das ist alles nichts neues, die ganzen Konzepte gab es in der Praxis schon in den 1920iger Jahren.

Nochmal...bitte vergleichen Sie nicht die Technologie der 20 Jahre mit den aktuellen Möglichkeiten. Das ist nicht sehr professionell,

Man ist davon abgekommen, weil der direkte Antrieb durch einen verbrenner, bei Arbeitsmaschienen vorzugsweise Diesel, sehr viel effektiver ist. Auch daran hat sich bis heute, trotz Propaganda, nichts verändert. Dieselelektrik macht bei schweren Güterloks Sinn, aber nicht bei Kleintraktoren.


Direkter als bei einem Radnabenmotor geht es doch gar nicht mehr!!! Allein der Fakt, daß so ein E- Motor bis zu 300% Kurzzeitüberlastbar ist (bei ausreichender anschließenden Abkühlung) macht ihn jedem bisherigen mechanischen Antrieb haushoch überlegen.

MfG
cosinus06.02.19 @ tyr #
[quote]tyr schrieb:


Was den ganze Elektromobilitätshype anbetrifft, das ist alles nichts neues,

Zu diesem Satz möchte ich diese Entwicklung von Fendt vorstellen, denn auf die trifft Ihr Vorwurf voll zu!

***Fendt e100 Vario. Unser Antrieb für die Zukunft.***

Da wurde vor ein Variogetriebe, wahrscheinlich vor der Hydraulikpumpe, nur ein Elektromotor geschaltet...DÖMMER gehts nimmer! DAS bedient den E- Hype voll und ganz. Für eine deutsche Firma ein absoluter Fehlgriff!
Die hätten besser ihren Traktor mit Sensoren für Schwerkraft und Beschleunigung ausrüsten sollen damit endlich diese lästigen Dreipunkt- und Frontlader- Beschränkungen beseitigt werden. Die Dreipunkthubstreben müssen per doppelt wirkender Zylinder einzeln und unabhängig bewegt werden können. Damit lassen sich dann Maschinen leichter anhängen und per Schwerkraftsensor eine Spritze auf dem Acker leicht den Unebenheiten automatisch anpassen. Eine Senke wird am auftretenden Rad per Sensor erfaßt und die Hubstrebe dann angehoben sodaß das Gestänge wieder in der eingestellten Ausgangslage zu liegen kommt. Beim Transport der Spritze oder anderer Geräte in der Dreipunkthydraulik wird der Beschleunigungssensor z.B. beim Überfahren eines Steines/Hügels an einem oder beiden Rädern per Sensorerfassung eine oder beide Hubstreben schnell absenken und das dynamische Moment auf das angehängte Gerät drastisch vermindern. Beim Durchfahren einer Delle geschieht das durch Anheben der Streben in umgekehrter Weise um das Absacken zu verhindern. Ein deutlich schnelleres Fahren wäre dadurch ohne das Material stark beanspruchende Schwingungen möglich.

Am Frontlader hält der Schwerkraftsensor die Schaufel immer in der einmal positionierten Lage wenn die Schwinge sich auf oder ab bewegt. Zusätzliche Parallelogramme sind dabei überflüssig. Beim Anfahren liefert der Beschleunigungssensor ein Signal welches die Schaufel mit z.B. flüssiger Füllung leicht nach vorn in Fahrtrichtung dreht um ein Überschwappen des Inhaltes nach hinten zu verhindern. Beim wieder Abbremsen stellt der Sensor die Schaufel nach hinten an damit nichts nach vorn überschwappen kann.

DAS wäre ein Entwicklung gewesen die Fendt einmal in Angriff hätte nehmen sollen als solch einen...
Mi.. anzubieten.

MfG